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Schwerhörigkeit: Behandlung, Ursachen, Symptome und Therapie

Das Gehör ist einer der wichtigsten Sinne des Menschen – und zeitgleich auch einer der anfälligsten. So kann eine Schwerhörigkeit nicht nur zu einem verringerten Hörvermögen führen, sondern wichtige Teile des Lebens nachhaltig beeinträchtigen. Wie entsteht eine Schwerhörigkeit, welche Ursachen sind für diese Erkrankung verantwortlich und wie behandelt man ihre Symptome?

Eine Schwerhörigkeit ist keine eigenständige Krankheit, sondern das Symptom einer bereits bestehenden Erkrankung des Hörorgans. Eine schwerhörige Person ist keinesfalls taub, sondern kann bestimmte Töne und Höhen nur noch ab einer gewissen Lautstärke wahrnehmen. Erfahren Sie im folgenden Artikel mehr über Symptome, Ursachen und Behandlungen von Schwerhörigkeit. Wenn Sie für sich selbst oder für jemanden, der für Sie wichtig ist, mehr über Schwerhörigkeit erfahren möchten, sind Sie bei uns genau richtig! Als eine der großen unabhängigen Online-Ressourcen zum Thema Hörverlust besteht unsere Aufgabe darin, Menschen über leicht verständliche Hilfeseiten, Artikel und Nachrichtenbeiträge über Schwerhörigkeit und dessen Auswirkungen aufzuklären. Über unser Online Formular bringen wir Tausende von Menschen, die Hörgeräte benötigen, mit qualifizierten Hörgeräteakustikern in Verbindung.

Schwerhörigkeit© by Siemens

Eine Schwerhörigkeit kann ähnlich wie ein Tinnitus, relativ spontan auftreten und in einigen Fällen einen chronischen Verlauf nehmen. Ältere Menschen leiden häufig unter der sogenannten Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), aber auch Jugendliche können von einer Hörminderung betroffen sein. In diesem Fall tritt die Erkrankung oftmals als Folge einer zu starken Lärmeinwirkung auf (Konzert oder MP3-Player). Darüber hinaus können verschiedene Krankheiten und äußere Einflüsse eine Schwerhörigkeit verursachen.

Betroffene Personen fühlen sich durch eine Schwerhörigkeit in ihrem Handeln stark eingeschränkt und leiden unter einer deutlich verminderten Lebensqualität. Neben der erschwerten Kommunikation mit anderen Menschen kann sich die Erkrankung auch auf Bereiche außerhalb des sozialen Lebens auswirken. So können beispielsweise Musiker ihre Arbeitsgrundlage verlieren. Zudem können Gefahrenquellen nicht mehr oder möglicherweise zu spät erkannt werden, zum Beispiel auf Baustellen oder im alltäglichen Straßenverkehr. Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass eine Schwerhörigkeit die Lebensqualität tatsächlich stark einschränkt – häufig jedoch nur dann, wenn das Symptom zu spät oder gar nicht behandelt wird.

Hörverlust kann in jedem Alter entstehen. Nach aktuellen Statistiken geben rund 15 Prozent der Erwachsenen über 18 Jahre an, Probleme beim Hören zu haben. Bei erwachsenen Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren haben 25 Prozent einen Hörverlust. Ab einem Alter von über 75 Jahren haben 50 Prozent der Erwachsenen einen Hörverlust oder leiden unter Schwerhörigkeit. Von den in Deutschland geborenen Babys haben 2-3 von 1.000 Babys einen diagnostizierten Hörverlust auf mindestens einem Ohr. Nur 16 Prozent der Erwachsenen im Alter von 20-69 Jahren, die vom Tragen eines Hörgerätes profitieren würden, haben es jemals probiert.

Die durchschnittliche Zeitspanne, ab der jemand von einem Hörverlust betroffen ist, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er sich in Behandlung begibt, beträgt sieben Jahre. Unbehandelter Hörverlust korreliert mit einer geringeren Lebensqualität, Depressionen, sozialer Isolation, Arbeitslosigkeit und niedrigerem Einkommen. Menschen mit unbehandeltem Hörverlust erzeugen zudem versteckte Kosten im Gesundheitswesen, da sie wegen anderer Gesundheitsprobleme, wie Bluthochdruck und dem erhöhten Risiko für gefährliche Stürze, häufiger zum Arzt müssen. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann weitreichende Auswirkungen auf Sie und Ihre Angehörigen haben. Die gute Nachricht – Schwerhörigkeit ist gut erforscht und es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten. Indem Sie auf unserer Webseite nach Informationen suchen, haben Sie einen ersten Schritt unternommen, um ein für Sie relevantes Problem zu lösen.

  • Normales Hören: Eine Abweichung von der Hörschwelle von bis 20 dB ist normal
  • Geringe Schwerhörigkeit: Beginnt ab einem Hörverlust von mehr als 20 dB. Leise Räusche wie fließendes Wasser oder Blätterrauschen werden nicht mehr wahrgenommen. Der Betroffene kann Geräusche erst ab einer Schallintensität von 25 bis 40 dB wahrnehmen.
  • Mittlere Schwerhörigkeit: Beginnt ab einem Hörverlust von 40 dB. Der Betroffene kann Geräusche erst ab einer Schallintensität von 40 bis 60 dB wahrnehmen.
  • Hochgradige Schwerhörigkeit: Beginnt ab einem Hörverlust von mindestens 60 dB. Ein Gespräch bei normaler Lautstärke kann nicht mehr wahrgenommen werden.
  • Gehörlosigkeit: Beginnt ab einem Hörverlust von mehr als 80 dB. Laute Geräusche z.B. Musik bei einem Konzert werden nicht mehr wahrgenommen. Hört der Betroffene gar nichts mehr, ist er taub bzw. gehörlos.

Laut Weltgesundheitsorganisation (kurz WHO) zählt die Schwerhörigkeit alleine in Europa zu den sechs häufigsten Erkrankungen. In Deutschland ist etwa jeder fünfte Erwachsene von dem Symptom betroffen. Trotz der spürbaren Einschränkung des Hörvermögens und den daraus resultierenden Problemen, lassen sich bei weitem nicht alle von einer Schwerhörigkeit betroffenen Personen ärztlich behandeln. Geht es nach der WHO-Studie nehmen einige schwerhörige Menschen lieber eine verminderte Lebensqualität in Kauf, als sich selber einzugestehen, dass sie schlecht hören können. Heutzutage gibt es nicht nur ausgereifte diagnostische Verfahren um die Erkrankung zu erkennen, sondern auch vielfältige Behandlungsmethoden, um die Schwere der Höreinschränkung auf ein Minimum zu reduzieren.

Ursachen für Schwerhörigkeit

Eine Schwerhörigkeit kann viele verschiedene Ursachen haben. Dabei kommt es darauf an, ob es sich bei der Einschränkung um eine Schallleitungs-, Schallverarbeitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit handelt. Darüber hinaus variieren die Ursachen je nachdem welcher Bereich des Körpers betroffen ist.

Außenohrschäden: Wenn eine Beeinträchtigung oder Beschädigung des Außenohres vorliegt, spricht die Medizin von einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Diese Art der Schwerhörigkeit entsteht immer dann, wenn ein Teil der Schallleitungskette nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktioniert. So kann beispielsweise ein Fremdkörper im Ohr oder ein Ohrenschmalzpfropf dazu führen, dass die betroffene Person schlechter hören kann. Ebenso kann ein Fremdkörper dafür sorgen, dass die überaus empfindliche Gehörgangshaut oder das Trommelfell selbst verletzt wird. Desweiteren können, neben einer starken Mittelohrentzündung oder einer angeborenen Fehlbildung, auch Knochenwucherungen (auch Exostosen und Hyperostosen genannt) am oder im Gehörgang zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit führen.

Mittelohrschäden: Aufgrund des komplizierten und filigranen Aufbaus des Mittelohres ist dieser Bereich besonders anfällig für Infektionen und Entzündungen, die ebenfalls eine Schallleitungsschwerhörigkeit verursachen können. Häufig liegt eine Beeinträchtigung der eustachische Röhre (auch bekannt als Ohrtrompete) durch eine akute Mittelohrentzündung vor. Sollte die Infektion nicht behandelt werden, kann eine chronische Entzündung entstehen, die zu einer Schwerhörigkeit führen kann. Ebenso kann eine Beschädigung des Trommelfells durch eine Verletzung oder eine Knochenerkrankung (Otosklerose) eine Schwerhörigkeit begünstigen. Um der Entstehung einer Höreinschränkung durch einen Mittelohrschaden vorzubeugen, empfiehlt es sich schon bei dem geringsten Anzeichen (beispielsweise leichte Schmerzen oder ein dumpfes Gefühl) einen Hals-Nasen-Ohren Arzt aufzusuchen.

Innenohrschäden: Bei einer Schwerhörigkeit durch einen Schaden im Innenohr spricht man von einer Schallempfindungsschwerhörigkeit. Diese tritt häufig als Folge eines akuten Hörsturzes, schweren Entzündungen des Hörorgans (Cochlea) oder einer zu starken Lärmeinwirkung auf. Ebenso sind besonders ältere Menschen von einer Schallempfindungsschwerhörigkeit betroffen. Eine Verletzung der feinen Sinneszellen im Innenohr können das Hörvermögen ebenfalls einschränken. In diesem Fall handelt es sich um eine sensorineurale Schwerhörigkeit, die häufig von störenden Ohrgeräuschen (Tinnitus) begleitet wird. Sollte hingegen eine Innenohrentzündung (Labyrinthitis) vorliegen, können neben der Schwerhörigkeit auch Schwindelgefühle eintreten.

Medikamente und andere Substanzen: Neben Arzneimitteln wie Aspirin und Antibiotika können Genussgifte wie zum Beispiel Nikotin, Alkohol oder andere Drogen das Gehör und besonders das Innenohr angreifen und somit zur Ursache für eine Schwerhörigkeit werden. Die Einnahme von Genussgiften kann zu einem veränderten Stoffwechsel führen und somit die Hörnerven beeinträchtigen. Neben Schmerz- und Rheumamittel wie Acetylsalicylsäure, gelten auch Schleifendiuretika, verschiedene Malariamittel sowie Zytostatika wie Cisplatin oder Carboplatin als mögliche Ursache für eine Innenohrschwerhörigkeit. Besonders bei Medikamenten gilt daher: Sollten neue Arzneimittel vom Arzt verschrieben werden, sollte man sich vor dessen Einnahme über die möglichen Nebenwirkungen informieren.

Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselschwächen: Die Ursache für eine Schwerhörigkeit muss nicht zwangsläufig mit dem Ohr zu tun haben. Auch andere Körperteile und -funktionen können, bei einer Beschädigung oder Beeinträchtigung zu Hörproblemen führen. Neben Durchblutungsstörungen (niedriger Blutdruck, Blutarmut oder Bluthochdruck, besonders im Kopfbereich) kann eine Stoffwechselerkrankung zu einer Schallempfindungsschwerhörigkeit führen. Desweiteren kann eine Schwerhörigkeit als Symptom und Begleiterscheinung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten. Da sich viele Personen, die von diesen Erkrankungen betroffen sind, häufig bereits in ärztlicher Behandlung befinden, wird eine drohende Schwerhörigkeit oftmals frühzeitig erkannt.

Weitere Ursachen für einen Hörverlust

  • Zunehmendes Alter (altersbedingter Hörverlust wird Presbycusis genannt)
  • Bestimmte Medikamente, manchmal auch als „ototoxische“ Medikamente bezeichnet
  • Trauma oder Verletzung am Kopf
  • Genetische Faktoren
  • Einwirkung von zu lautem Lärm (z.B. bei einem Konzert oder in der Disko)
  • ein akustisches Knall-Trauma
  • Bestimmte Krankheiten wie Mumps, Menière-Krankheit, Otosklerose oder Autoimmunkrankheiten
  • Ein Tumor am Hörnerv oder Akustikusneurinom

Die Ursache eines bestimmten Hörverlusts ist wichtig zu verstehen, da er maßgeblich zur Bestimmung der richtigen Behandlung beiträgt. Es gibt viele Ursachen für einen Hörverlust und einige Ursachen sind nur für bestimmte Arten von Schwerhörigkeit verantwortlich. Beispielsweise verursacht übermäßiger Ohrenschmalz, das den Gehörgang blockiert, einen vorübergehenden konduktiven Hörverlust, während die längere Einwirkung von übermäßigem Lärm einen permanenten sensorineuralen Hörverlust verursacht.

Arten von Schwerhörigkeit

Es gibt drei Haupttypen von Hörverlust. Der sensorineurale Hörverlust ist die am häufigsten auftretende Art einer Schwerhörigkeit. Er ist dauerhaft und wird entweder durch Schädigung von Zellen im Innenohr oder des Hörnervs verursacht. Der Hörnerv überträgt wichtige Informationen über die Lautstärke, die Tonhöhe und die Bedeutung von Tönen an das Gehirn. Die meisten erwachsenen Menschen mit Hörverlust haben eine sensorineurale Schwerhörigkeit. Ein sensorineuraler Hörverlust führt oft zu Schwierigkeiten beim Verstehen von akustischen Signalen oder Sprache.

ido hörgerät im ohr© Robert Przybysz

Ein leitfähiger Hörverlust wird durch ein mechanisches Problem im Außen- oder Mittelohr oder durch ein Hindernis im Gehörgang wie Ohrenschmalz verursacht, das den Schall daran hindert, zum Trommelfell zu gelangen. Es kann dauerhaft sein, aber häufiger ist es vorübergehend und kann medizinisch behandelt werden. Ein gemischter Hörverlust ergibt sich, wenn Komponenten sowohl einer sensorineuralen als auch leitfähigen Schwerhörigkeit vorliegen.

Test auf Schwerhörigkeit

Wenn Sie vermuten, dass Sie einen Hörverlust haben oder schwerhörig sind, ist es wichtig, unverzüglich einen qualifizierten HNO-Arzt aufzusuchen und sich behandeln zu lassen. Hörtests und Audiogramme sind einfach, schmerzlos und weit verbreitet. Ihr HNO-Arzt führt zunächst einige ausführliche Tests durch und stellt Ihnen dann Fragen zu den Herausforderungen, die Sie täglich haben, zu Ihrem Lebensstil und Ihren Kommunikationsgewohnheiten.

Es gibt verschiedene Arten von Hörtests, bei denen bestimmte Teile des Hörsystems untersucht werden, sowie spezielle Hörtests für Säuglinge und Kleinkinder. Ihr HNO-Arzt führt auch eine visuelle Untersuchung Ihrer Gehörgänge und Ihres Trommelfells mit einem Otoskop durch. Damit kann er bestimmen, ob eine externe Ursache, wie Ohrenschmalz, Ihren Hörverlust verursacht.

Sobald Sie sich in der Hörkabine beim HNO-Arzt befinden, werden Sie aufgefordert, sich verschiedene Töne anzuhören und die leisesten Töne anzuzeigen, die Sie hören können, indem Sie eine Taste drücken. Dieser Teil des Tests wird als reine Tonaudiometrie bezeichnet. Sie ist nicht nur wertvoll, um zu bestimmen, welchen Schwergrad Ihr Hörverlust hat, sondern auch, welche Frequenzen am stärksten betroffen sind. Sie werden möglicherweise auch aufgefordert, sich Wörter anzuhören und diese zu wiederholen. Mit diesen Sprachtests werden die leisesten Sprachtöne bestimmt, die Sie hören können. Es wird auch bestimmt, wie gut Sie Sprache verstehen können, wenn sie laut genug ist, um sie zu hören.

Hörtests sind einfach, schmerzlos und schnell erledigt. Wenn der HNO-Arzt dies für notwendig erachtet, werden Sie möglicherweise aufgefordert, beim Test Ohrstöpsel aus Kunststoff oder Weichschaum zu tragen. Ein weiterer Test namens Tympanometrie testet die Funktion Ihres Trommelfells. Die Testergebnisse werden anschließend in einem Diagramm dargestellt, das als Audiogramm bezeichnet wird. Ein Audiogramm zeigt die leisesten Töne an, die Sie in verschiedenen Tonlagen hören können. Diese Ergebnisse ermöglichen es Ihrem Hörgeräteakustiker, Ihre Hörfähigkeit zu beurteilen und den richtigen Behandlungsplan zu entwickeln.

Vor dem Hörtest beim HNO-Arzt können Sie Ihr Gehör auch über einen Online-Hörtest testen. Diese sind über Akustiker-Webseiten zahlreich verfügbar und können eine erste Anlaufstelle sein. Online-Hörtests können den umfassenden Test bei einem HNO-Arzt nicht ersetzen, sie können jedoch ein guter Anfang sein.

Unterschuchung beim HNO-Arzt und Diagnose

Die Diagnose Schwerhörigkeit wird in nahezu allen Fällen von einem behandelnden Hals-Nasen-Ohren Arzt gestellt. Um die Einschränkung des Hörvermögens sicher diagnostizieren zu können, wird der Betroffene in einem ersten Gespräch ausführlich über mögliche Vorerkrankungen, die Einnahme verschiedener Medikamente und den gefühlten Symptomen befragt. Danach führt der Arzt einige Untersuchungen und Hörtests durch, um so herauszufinden, welche Ursache zu der Schwerhörigkeit geführt hat. Die Stimmgabelprüfung ist einer der Tests, womit der HNO-Arzt die Art der Hörminderung (Schallleitungs-, Schallverarbeitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit) feststellen kann. Eine weitere Diagnose-Möglichkeit bietet die Ohrenspiegelung (auch Otoskopie genannt), wodurch sich Veränderungen oder Verletzungen im Ohr erkennen lassen.

Bei Verdacht auf eine Schwerhörigkeit erstellt der HNO-Arzt ein Audiogramm mittels Hörtest. Um den Ort des Hörschadens festzustellen, werden folgende weitere Untersuchungen vorgenommen.

  • Objektiver Hörtest (BERA), mit dem die Hörnerven untersucht werden
  • Messung der otoakustischen Emissionen (OAE), um eine mögliche Schädigung der Haarzellen im Innenohr festzustellen
  • Gleichgewichtsprüfung
  • Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), um festzustellen ob eine anatomische Veränderung der Hörschnecke (Cochlea) oder der Hörnerven vorliegt
  • Promontorialtest, um die Funktionsfähigkeit der Hörnerven festzustellen

Desweiteren muss der Arzt feststellen, welche Tonhöhen und (Schall-)Frequenzen durch die Schwerhörigkeit beeinträchtigt sind. Das Ergebnisdiagramm (Hörkurve) dieser Untersuchung kann dann unter anderem dazu verwendet werden, um ein passendes Hörgerät zu finden. Am Ende der Anamnese-Untersuchung findet häufig auch noch eine Tympanometrie und die Stapedius-Reflexmessung statt, womit die Funktionsfähigkeit des Trommelfells und des Gehörknöchelchens untersucht wird. Sollte der Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung vorliegen, kann der HNO-Arzt zudem eine Blutuntersuchung anordnen.

Symptome bei Schwerhörigkeit

Da eine Schwerhörigkeit unterschiedliche Ursachen haben kann, unterscheiden sich auch die Symptome voneinander. Grundsätzlich äußert sich eine Schwerhörigkeit dadurch, dass die betroffene Person einige Töne oder Geräusche nur noch in verringerter Lautstärke wahrnehmen kann. Einige Patienten nehmen die Umgebungsgeräusche auch verzerrt oder dumpf wahr und können nur laute Töne gut hören. Bei einer starken Einschränkung des Hörvermögens treten häufig auch Depressionen, Angststörungen oder andere psychische Begleiterscheinungen auf. Psychische Erkrankungen gehen meist einher mit der Beeinträchtigung des sozialen Lebens, da sich schwerhörige Menschen oft zurückziehen.

Alter Mann schwerhörig

Je nach Schweregrad kann eine Schwerhörigkeit zu Veränderungen des Innenohres führen. Da sich dort das Gleichgewichtsorgan befindet, kann es unter anderem zu Schwindel, Kopfschmerzen oder einer Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinn kommen. Besonders häufig tritt ein Tinnitus zusammen mit einer Schwerhörigkeit auf. Die störenden Ohrgeräusche werden durch die allgemeine Einschränkung des Hörvermögens in einigen Fällen sogar noch verstärkt. Durch die Kombination aus Schwerhörigkeit und Tinnitus erschwert sich die Lebenssituation der betroffenen Personen sehr stark. Allerdings kann ein Hörgerät mit Umgebungsgeräuschfilter nicht nur die Schwerhörigkeit reduzieren, sondern zudem auch dabei helfen die Intensivität des Tinnitus deutlich zu verringern.

Im Allgemeinen bezeichnen Menschen mit Schwerhörigkeit eine oder alle der folgenden Situationen als zutreffend:

  • Schwierigkeiten, alltägliche Gespräch zu verstehen
  • Das Gefühl, hören, aber nicht verstehen zu können
  • Fernseher schauen oder Radio hören mit hoher Lautstärke
  • Sie Bitten oft andere Menschen, sich zu wiederholen
  • Vermeidung von sozialen Situationen, die Ihnen einst Spaß gemacht haben
  • Schwierigkeiten beim Kommunizieren und Verstehen in lauten Situationen wie Restaurants, bei Familienfeiern oder im Schwimmbad
  • Tinnitus oder summende Geräusche im Ohr

Die Symptome eines Hörverlusts können je nach Art, Ursache und dem Schweregrad variieren.

Kinder und Schwerhörigkeit

Ein Hörverlust ist für Menschen jeden Alters schädlich, für Kinder jedoch besonders. Weil Babys und Kleinkinder hören müssen, um Sprache zu entwickeln, ist ein gutes Gehör die Grundlage für gesprochene Kommunikation, soziale Entwicklung und Bildungserfolg. In den meisten Krankenhäusern wird jedes Neugeborene auf mögliche Hörschäden untersucht. Die durch das Screening identifizierten Kinder werden anschließend weiter untersucht, um das Vorliegen eines Hörverlusts zu bestätigen.

Kind mit Hörgerät© Gundam_Ai

Wenn Ihr Kind einen Hörverlust hat, sollten Sie mit einem pädiatrischen Audiologen sprechen. Die pädiatrische Audiologie ist das Spezialgebiet von Fachleuten, die sich den besonderen Bedürfnissen von Babys und Kindern mit Hörverlust widmen.

Hörverlust bei Kindern kann durch angeborene Faktoren, Schädeltrauma, Medikamente, Kinderkrankheiten, anhaltende Mittelohrentzündungen, Gehörgangdeformitäten oder Trommelfellstörungen verursacht werden. Die Behandlung von Hörverlust im Kindesalter hängt weitgehend von der zugrunde liegenden Ursache ab. Die Erkennung von Hörverlust und Intervention vor dem Alter von 6 Monaten hat gezeigt, dass die Situation für Kinder dramatisch verbessert wird.

Prävention und Schutz gegen Schwerhörigkeit

Damit es erst gar nicht zu einer Schwerhörigkeit kommt, sollte man einige vorbeugende Maßnahmen beachten. Man sollte stets versuchen dauerhaften und übermäßigen Lärm zu vermeiden. Hier kann beispielsweise ein Gehörschutz helfen. Diesen sollte man ab einem Lärmpegel von über 85 Dezibel immer tragen. Auf Konzerten oder in Diskotheken sollte man sich nicht in unmittelbarer Nähe der Lautsprecher aufhalten und immer Ohrstöpsel dabei haben.

Da eine Schwerhörigkeit auch bei Jugendlichen auftreten kann, sollte man darauf achten, dass die maximale Musiklautstärke bei InEar-Kopfhörern nicht mehr als 80dB und bei normalen Kopfhörern nicht mehr als 100dB beträgt. Viele Kopfhörer-Hersteller umgehen die von der EU gesetzten Dezibel-Grenzen, indem sie am Kopfhörer einen zusätzlichen Lautstärke-Regler einbauen. Stellt man den iPod und zusätzlich den Kopfhörer auf maximale Lautstärke, kann der Nutzer so die gesetzlichen Dezibel-Grenzen überschreiten. Zudem sollte man bereits bei dem ersten Verdacht auf eine drohende Schwerhörigkeit einen Hals-Nasen-Ohren Arzt aufsucht.

Nur weil ein Hörverlust häufig ist, bedeutet das nicht, dass jeder davon betroffen ist. Es gibt viele Möglichkeiten einen Hörverlust zu verhindern bzw. zu verhindern, dass sich der Hörverlust verschlechtert. Lärmbedingter Hörverlust ist sehr häufig und viele Fälle von Hörverlust bei Erwachsenen sind auf eine zu große Lärmbelastung zurückzuführen. Einige Berufe z.B. Straßenbauarbeiter können das Risiko für Schwerhörigkeit erhöhen. Lärmbedingte Ursachen sind einfach zu vermeiden, indem die Belastung durch laute Geräusche begrenzt und ein Gehörschutz getragen wird.

Wenn Sie bereits einen Hörverlust haben, verhindern Sie eine Verschlechterung, indem Sie übermäßige Lärmbelastung vermeiden. Ein Gehörschutz wird im Allgemeinen in Form von Ohrstöpseln, Ohrenschützern oder Kopfhörer mit Rauschunterdrückung benutzt. Ohrstöpsel bestehen aus akustisch undurchdringlichen Materialien. Richtig dimensioniert und in das Ohr eingesetzt, bieten sie einen guten Gehörschutz. Ohrenschützer oder Kopfhörer mit Rauschunterdrückung sind eine weitere Möglichkeit, das Gehör zu schützen. Diese Hilfsmittel bieten einen besseren Schutz gegen längere oder sehr hohe Geräuschpegel. Sie bedecken das gesamte Ohr, um laute Geräusche zu blockieren oder auszuschalten.

Therapie und Behandlung von Schwerhörigkeit

Ein Hörverlust ist ein bekanntes Krankheitsbild, das mit einer Vielzahl bewährter Behandlungsmöglichkeiten korrigiert werden kann. Die richtige Behandlung zu finden, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Hörgeräteakustiker. Wenn die Beratung vom Akustiker ordnungsgemäß durchgeführt wird, werden folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Art des Hörverlusts
  • Schweregrad des Hörverlusts
  • Ursache, falls bekannt
  • Ihr Lebensstil
  • Ihr Alter und Ihre Kommunikationsbedürfnisse
  • Kosmetische Anforderungen
  • Ihr Budget

Einige Arten von Hörverlust, insbesondere ein leitfähiger Hörverlust, können medizinisch oder chirurgisch korrigiert werden, andere jedoch nicht. Die gebräuchlichste Behandlungsmethode bei sensorineuralem Hörverlust sind ordnungsgemäß angepasste Hörgeräte. Hörgeräte sind in verschiedenen Ausführungen, Farben, Größen, Technologiestufen und Preisklassen erhältlich.

© by Siemens

Sollte bereits eine akute Schwerhörigkeit vorliegen, gibt es verschiedene Therapieansätze um die Intensität der Symptome deutlich zu verringern. In den meisten Fällen kann den betroffenen Personen durch ein Hörgerät geholfen werden. Diese Hörhilfe muss von einem HNO-Arzt verschrieben und dann von einem Hörgeräteakustiker auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten angepasst werden. Da sich die Ursachen, die zu einer Schwerhörigkeit führen stark unterscheiden, gibt es vielfältige Therapiemaßnahmen.

  • Ohrenschmalz und Fremdkörper werden durch Spülung entfernt
  • Entzündungen des Gehörganges werden mit Antibiotikum behandelt
  • Tubenkatarrh und Paukenerguss heilen meist von selbst und werden unterstützend mit abschwellenden Nasentropfen behandelt
  • Chronischer Mittelohrkatarrh wird operativ behandelt indem die vergrößerte Rachenmandel entfernt wird
  • Folgen von Verletzungen am Ohr werden durch eine Operation (Tympanoplastik) behoben
  • Otosklerose wird operativ behandelt
  • Chronische Mittelohrentzündung wird medikamentös oder operativ behandelt
  • Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit lässt sich meistens weder medikamentös noch operativ behandeln. Der Hörverlust kann jedoch durch ein Hörgerät kompensiert werden. Bei Gehöriglosigkeit oder Taubheit kann ein Cochleaimplantat oder ein Mittelohrimplantat ein Hören wieder ermöglichen
  • Entzündungsbedingte Innenohrschäden werden durch eine antibiotische Behandlung oder Operation behoben

In einigen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung ausreichend, bei komplexen Ursachen kann hingegen ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Eine psychotherapeutische Behandlung einer Schwerhörigkeit ist besonders dann empfehlenswert, wenn die Hörminderung durch Stress ausgelöst wurde.

Bildquellen:
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