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Hörgeräte & Krankenkasse: Kostenübernahme durch die PKV und GKV

Wenn ein Hörgerät von einem Facharzt verordnet wird, müssen die Krankenkassen die verordnete Hörhilfe bezahlen. In der Praxis ergeben sich bei der Kostenübernahme jedoch häufig Diskussionen. Viele Krankenkassen – egal ob GKV oder PKV – wollen nur Teilbeträge erstatten und versuchen so einen Teil der Kosten auf die Patienten abzuwälzen.

Mit Hörgeräten ohne eigene Zuzahlung kann oftmals ein nahezu gleiches Sprachverständnis erzielt werden wie mit einer Hörhilfe, bei der Sie die Zusatzkosten selbst tragen müssen. Hörgeräteakustiker verschweigen das häufig oder präsentieren Ihnen manchmal veraltete zuzahlungsfreie Kassenmodelle. Sie sollten bei einem Beratungsgespräch immer auch nach Hörgeräten ohne Zusatzkosten, nach deren Modell-Namen und Herstellungsjahr fragen.

Krankenkassen logos

Für gleiche oder vergleichbare Hörhilfen gibt es zum Teil deutliche Preisunterschiede zwischen Akustikern und zwischen Herstellern. Verschaffen Sie sich deshalb einen Preisüberblick vor dem Kauf und machen Sie sich nicht abhängig von einem konkreten Hörakustiker. Drehen Sie den Spieß um, gehen Sie einfach zu mehreren. Sie dürfen die Leistungen und Kostenvoranschläge von mehreren Akustikern gegenüberstellen und vergleichen, bevor Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse einreichen ohne das Ihnen dadurch ein Nachteil entsteht.

Die hohen Kosten, die mit dem Kauf von Hörgeräten anfallen, werden durch eine Kostenübernahme der Krankenkassen zumindest zum Teil abgefangen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel Pauschalbeträge, in Einzelfällen können sie jedoch auch alle anfallenden Kosten übernehmen. Bei der privaten Krankenversicherung sieht es ähnlich aus. Hier lohnt zusätzlich ein Blick in die allgemeinen Versicherungsbedingungen, da die Erstattungshöhe individuell unterschiedlich sein kann.

Kostenübernahme bei Hörgeräten durch die Krankenkassen

Egal ob PKV oder GKV, Hörgeräte müssen immer durch einen Facharzt verordnet werden, damit die Krankenkassen für die Kosten der Versorgung aufkommen. Der HNO-Arzt stellt dabei im Regelfall nur fest, dass eine Hörhilfe medizinisch sinnvoll ist. Ein konkretes Modell wird allerdings nicht verordnet. Das passende Hörgerät findet man durch eine Untersuchung, Beratung und Tests beim Akustiker. Wenn die Wunsch-Hörhilfe gefunden ist, erhält man einen Kostenvoranschlag, den man an die Krankenkasse weiterleiten kann. Viele Akustiker übernehmen diese Formalien für die Patienten. Begibt man sich auf direktem Weg zum Akustiker und wählt ein Hörgerät aus, ohne dass dieses von einem HNO-Facharzt verordnet wurde, so ist eine nachträgliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen meist nicht mehr möglich.

Akustiker Ton Sprachaudiogramm© Kzenon

Wenn Sie Ihre Hörhilfe über Ihren Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehen, müssen Sie Ihrer Krankenkasse das Original-Rezept per Brief schicken. Gehen Sie hingegen zu einem Hörgeräteakustiker, kümmert sich dieser um die Genehmigung der Kasse. Von Ihrer Krankenkasse erhalten Sie im Anschluss einen schriftlichen Bescheid, der Ihnen Aufschluss darüber gibt, ob die vollen Kosten, keine Kosten oder nur ein Teil der anfallenden Kosten übernommen werden. Bitte warten Sie mit dem Kauf eines Gerätes solange ab, bis Sie diese Bestätigung in den Händen halten.

Den Kauf einer Hörhilfe vor dem Bewilligungsbescheid der Krankenkasse sollte man vermeiden, da in einem solchen Fall die Kostenübernahme eventuell verweigert werden kann. Generell gibt es zuzahlungsfreie Hörgeräte, die komplett von den Krankenkassen bezahlt werden. Bei zuzahlungspflichtigen Modellen erstattet die Krankenkasse nur einen Teilbetrag zurück. Eine Vollübernahme aller Kosten ist in seltenen Fällen möglich, wenn eine günstigere Versorgung nicht zum gleichen medizinischen Ergebnis führen würde. Vereinbaren Sie in diesem Fall mit Ihrem Akustiker von vornherein, dass Sie bei Ihrer Krankenkasse die volle Kostenerstattung beantragen.

Hörgeräte Kosten – Was zahlen die Krankenkassen?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen, wie zum Beispiel TK, AOK oder DAK, zahlen einen Pauschalbetrag als Zuschuss. Dieser gesetzliche Pauschalbetrag liegt seit dem 01.11.2013 bei bis zu 784,94 Euro pro Gerät.

Im Ohr Hörgeräte© Phonak

Die Höhe der Pauschale kann je nach GKV höher sein, sollte aber nicht niedriger ausfallen. Werden zwei Geräte für jeweils das rechte und linke Ohr benötigt, beträgt der gesetzliche Zuschuss nur noch 924,94 Euro und fällt damit im Verhältnis deutlich geringer aus. Die Höhe der Zuschüsse reichen im Regelfall nicht aus, um ein modernes Hörgerät vollständig zu bezahlen. Im Folgenden ein Beispiel der Erstattungspauschalen einer konkreten Krankenkasse.

Versorgung durch Akustiker
Ein Ohr
Zwei Ohren
Hörgerät685,00 €1.217,00 €
Ohrpassstücke33,50 €67,00 €
Reparaturpauschale125,01 €250,02 €
Summe843,51 €1.534,02 €
Versorgung durch HNO-Arzt
Ein Ohr
Zwei Ohren
Hörgerät474,01 €878,47 €
Ohrpassstücke33,17 €66,34 €
Reparaturpauschale124,95 €249,90 €
Summe632,13 €1.194,90 €

Im Folgenden ein Beispiel der Erstattungspauschalen für ein Hörgerät mit dazugehörigen Ohrpassstücken, verteilt über mehrere Krankenkassen. Diese Übersicht dient lediglich der Information, für die Höhe des Zuschusses wird keine Gewähr übernommen. Die Reparaturpauschalen liegen zwischen 120 € bis maximal 150 € und sind in den Kosten bereits eingerechnet. Die gesetzliche Zuzahlung in Höhe von 10 € bzw. 20 € bei Hörhilfen für zwei Ohren ist bereits abgezogen.

Zuschuss
Ein Ohr
Zwei Ohren
BKK’s873,50 €1.594 €
BIG873,50 €1.594 €
TK833,50 €1.514 €
AOK833,50 €1.514 €
Barmer-GEK833,50 €1.514 €
DAK833,50 €1.514 €
KKH833,50 €1.514 €
HEK833,50 €1.514 €
HKK833,50 €1.514 €
IKK Classic833,50 €1.514 €
IKK’s833,50 €1.514 €
LKK’s793,50 €1.144 €

Bei den privaten Krankenkassen sieht die Situation ähnlich aus. Hier sollte man in jedem Fall in die jeweiligen Versicherungsbedingungen schauen, um zu erfahren welche Qualität der Versorgung zu erwarten ist. Meist ergibt sich bei der PKV jedoch ein etwas größerer Spielraum bei der Kostenübernahme eines neuen Hörgerätes. Auch bei privaten Krankenkassen muss der Hörverlust über einen Hörtest von einem HNO-Arzt nachgewiesen werden und signifikant sein. Bei den privaten Kassen gibt es keinen pauschal festgelegten Zuschuss. Die Zuschusshöhe hängt vom Tarif des Privatversicherten ab und wird individuell vereinbart. Ist im Versicherungsvertrag kein Höchstbetrag festgelegt, muss die PKV die Kosten vollständig übernehmen. Als Privatversicherter haben Sie in der Regel jedoch keinen Anspruch auf das beste Gerät am Markt, eine Kostenübernahme darf allerdings auch nicht verweigert werden, wenn Sie nicht das Billigste kaufen.

Vollkostenübernahme und Erstattung für Mehrleistungen

Prinzipiell sind Krankenkassen verpflichtet die kompletten Kosten einer Hörhilfe zu übernehmen. In der Praxis kann es daher leicht zu juristischen Diskussionen bis hin zur Klage kommen. Krankenkassen argumentieren oft, dass es günstigere Alternativen mit gleichen medizinischem Nutzen gibt – und dann liegt es am Patienten zu beweisen, dass dies im konkreten Fall nicht zutrifft und das teurere Gerät medizinisch indiziert ist.

Tinnitus hoher Leidensdruck© Image Point Fr

Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein sehr teures Hörgerät beim Vorhandensein einer psychischen Erkrankung (bedingt durch Tinnitus) einen erheblichen Mehrwert für die Gesundheit und Genesung des Versicherten hätte. Ein anderer Fall wäre ein hoher Grad an Schwerhörigkeit bei gleichzeitig vorliegender Blindheit oder Usher Syndrom. Blinde oder stark sehbeeinträchtigte Menschen mit diesen Vorausetzungen sind auf die technisch bestmöglichste Hörhilfe angewiesen, die der Markt zum jeweiligen Zeitpunkt bieten kann, um Ihren Alltag (z.B. Straßenverkehr) selbstständig zu meistern. In diesen speziellen Fällen kann die Krankenkasse dazu verpflichtet werden, die kompletten Kosten des Gerätes zu übernehmen. Allerdings nur, wenn das teurere Hörgerät medizinisch notwendig ist.

Sie müssen dem Antrag auf Vollkostenübernahme (bzw. Kostenerstattung für Mehrleistungen) deshalb unbedingt ein Attest von einem Arzt und eine ausführliche schriftliche Begründung beifügen. Gerichtsverfahren und Urteile im Bereich der Kostenübernahme hat es bereits viele gegeben. Einige Richter geben den Krankenkassen recht, viele jedoch auch den Patienten. Meist handelt es sich jedoch um Einzelfallentscheidungen, die nicht so ohne weiteres auf andere Fälle übertragbar sind.

Hohe Kosten – stillschweigend zahlen oder kämpfen?

Wenn die Krankenkasse eine Kostenübernahme nicht leisten will, empfiehlt es sich in jedem Fall Widerspruch gegen eine solche Entscheidung einzulegen. Wenn jedoch auch der Widerspruch zurückgewiesen wird, steht man unwillkürlich vor der Entscheidung: stillschweigend zahlen oder kämpfen? Diese Frage sollte man nicht alleine entscheiden. Lassen Sie sich beraten. Der Deutsche Schwerhörigenbund bietet sowohl eine regionale Beratung, als auch eine Beratung über das Internet an. Aussicht auf eine vollständige Kostenübernahme des neuen Hörgerätes besteht grundsätzlich durchaus. Die Hörhilfe ist im eigentlichen Sinne eine Sachleistung und kein finanzieller Zuschuss.

Grundsätzlich ist es möglich, das Hörgerät bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts privat zu finanzieren. Teilen Sie dies der Krankenkasse mit. So stellen Sie klar, dass sie einerseits nicht auf Ihre Ansprüche verzichten werden und andererseits nicht unnötig lange auf die benötigte Hörhilfe verzichten müssen. Bedenken sollte man zudem, dass die Krankenkassen bei der Anschaffung eines Hörgeräts auch Kosten für Service und Wartung übernehmen. Erstattet eine Krankenkasse nicht den vollen Hörgeräte Preis, so wird man unter Umständen auch zu einem späteren Zeitpunkt Eigenleistungen zu Reparaturen oder anderen Service-Leistungen beisteuern müssen.

Kostenübernahme bei Reparaturen – unbedingt beachten

Unbedingt einplanen sollten Sie (teils hohe) Kosten für Reparaturen. Hörgeräte, auch sehr teure, gehen durch Schweiß, Nässe und Umwelteinflüsse, schneller kaputt als Sie es sich bei der Anschaffung vorstellen können. Besonders teure Hörgeräte mit modernster Technik, Mikroprozessoren und wenig fehlertolerranter Elektronik können überdurchschnittlich schnell verschleißen. Wer übernimmt die Kosten für eine Reparatur beim Hörgeräteakustiker?

Hörgerät Reparatur© Canetti

Entscheidend ist, ob das ein Hörgerät eigenanteilsfrei (also zum Nulltarif) oder eigenanteilspflichtig (mit Zuzahlung durch den Käufer) gekauft wurde. Bei eigenanteilsfreien Hörgeräten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse alle Kosten für Reparatur, Beratung, Anpassung und Einstellung für einen Wartungszeitraum von 6 Jahren. Zahlen Sie also bei der Anschaffung ihres Hörgerätes dazu, müssen Sie auch Mehr- und Folgekosten für Reparatur- und Wartungsleistungen, die über die Reparaturpauschale hinausgehen, selbst zahlen. Sie werden also doppelt belastet, weil bei teuren Hörhilfen auch die Reparatur teurer ist. Bei privaten Krankenkassen gelten ähnliche Regelungen, die allerdings von Kasse zu Kasse und tarifspezifisch unterschiedlich sind. Über die exakte Höhe der Zuzahlung bei einer spezifischen Krankenversicherung im Fall einer Reparatur informiert Sie Ihr Hörakustiker.

Prüfen Sie von daher für sich selbst, ob Sie wirklich ein teures Hörgerät ohne medizinische Notwendigkeit benötigen. Wenn Ihnen ihr HNO-Arzt keine medizinische Indikation attestiert, müssen Sie für alle Mehrkosten selbst aufkommen. Lassen Sie sich in keinem Fall dazu drängen, ein Hörgerät mit hohem Eigenanteil zu erwerben, wenn Sie nicht sicher sind, dieses zu benötigen. Wir erhalten täglich Leserberiefe von Menschen, die uns Ihre Erfahrungen bei einer Reparatur Ihres Hörgerätes schildern. Dabei ist uns aufgefallen, dass in einzelnen Fällen die Reparaturkosten zwischen 300 bis 650 Euro betragen und bis zu 25% des Kaufpreises ausmachen können. Bei diesen Fällen handelte es sich in der Regel um sehr teure Hörgeräte deren Ersatzteile durch den Hersteller nicht mehr direkt geliefert wurden oder deren Elektronik durch Nässe beeinträchtigt war. Aus unserer Sicht sollte man Hersteller gesetzlich dazu verpflichten Ersatzteile mindestens 10 Jahre vorhalten zu müssen.

Kostenübernahme bei Kinder und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche, die unter 18 Jahren alt und schwerhörig sind, erhalten digitale Hörgeräte ohne jegliche Zuzahlung. Für die erste Hörhilfe zahlt die Krankenkasse in der Regel bis zu 1.000 €, bei Hörgeräten für beiden Ohren bis zu 2.000 €.

Kinder Hörgerät© andras_csontos

Die Krankenkasse trägt zudem die Kosten für Batterien (bei Erwachsenen ist das nicht so), Ohrpassstücke und Reparaturen. Der Hörgeräteakustiker erhält eine jährliche Service-Pauschale, mit der diese Kosten abgedeckt werden. Eine eigene Zuzahlung fällt nur an, wenn Sie Leistungen für Ihr Kind wünschen, die aus Sicht eines Arztes oder der Krankenkasse medizinisch nicht notwendig sind.

Für die Auswahl einer geeigneten Hörhilfe sollten Sie sich von speziell geschulten Fachpersonal beraten lassen. Also entweder von einem Pädakustiker oder einem Hörgerätemeister mit Erfahrung in der Beratung von Kindern.

Alternativen – Wer zahlt sonst noch Zuschüsse?

Grundsätzlich kommen auch andere Kostenträger für eine Kostenübernahme in Frage. So kann im Beruf ein besonders hochwertiges Hörgerät benötigt werden (zum Beispiel für Bürotätigkeiten mit Telefondienst oder auch bei Tätigkeiten in lauten Produktionseinrichtungen), die von den Krankenkassen nicht immer bezahlt werden. Weitere mögliche Ansprechpartner sind in einem solchen Fall die gesetzliche Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit, wenn die Ausübung des Berufes ansonsten gefährdet wäre.

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • Agentur für Arbeit
  • Berufsgenossenschaft
  • Integrationsamt
  • gesetzliche Unfallversicherung

Wenn der Hörverlust auf einen Unfall zurückzuführen ist, kann unter Umständen auch die gesetzliche Unfallversicherung für eine Kostenübernahme beim Hörgerät sorgen. Ist die Hörschwäche durch eine Erkrankung oder einen Unfall zu begründen, der in Zusammenhang mit der zuvor ausgeübten beruflichen Tätigkeit steht, so kann die Kostenübernahme unter Umständen auch durch die jeweilige Berufsgenossenschaft erfolgen. Auch hier ist es wichtig, sich kompetent beraten zu lassen.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

Krankenkassen sind nur dann gesetzlich verpflichtet, ein Hörgerät zu bezahlen, wenn dieses medizinisch notwendig ist. Um Ihren Anspruch auf Kostenübernahme geltend machen zu können, müssen Sie sich die medizinische Notwendigkeit bescheinigen lassen. Diese liegt vor, wenn:

  • Sprachhörtest durch einen HNO-Arzt (Ton- und Sprachaudiogramm)
  • Verstehensquote beim Hörtest unter 80%
  • Hörverlust zwischen 500 und 4000 Hertz bei Hauptfrequenzen
  • Hörverlust von mindestens 30 dB
  • Hörverlust von 30% gegenüber dem besseren Ohr

Ihr HNO-Arzt stellt Ihnen in der Folge eine medizinische Verordnung aus, also ein Rezept, das die Notwendigkeit eines Hörgerätes bescheinigt. Dieses schicken Sie dann an Ihre Krankenkasse.

Neben der medizinischen Indikation muss nun noch der Grad der Schwerhörigkeit ermittelt werden. Bei einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit von über 81db gelten nicht die allgemeinen, sondern die Pauschalbeträge der WHO 4. Sie erhalten in diesem Fall also eine höhere Kostenübernahme (z.B. 1043 Euro bei einer und 1919 Euro bei zwei Hörhilfen)

Mindestanforderung an Hörgeräte ohne Zuzahlung

Die Pauschalbeträge bei der Kostenübernahme wurden 2013 erhöht. Im gleichen Schritt sind auch die Mindestanforderungen an Hörgeräte gestiegen. Kassengeräte „müssen“ nun dem neuesten Stand der Technik entsprechen und mindestens digital sein, um bezuschusst zu werden.

Kassengeräte ohne Zuzahlung© Kzenon

Mit digitalen Hörhilfen werden akustische Signale verstärkt und ungewollte Nebengeräusche reduziert. Der Akustiker kann das digitale Gerät zudem stärker individualisieren und stärker an die Bedürfnisse des Betroffenen anpassen, als es bei anlogen Geräten möglich war. Digitalgeräte können sich zudem automatisch anpassen. Die Anforderung dem aktuellen Stand der Medizintechnik entsprechen zu „müssen“, wurde 2009 vom Bundessozialgericht in einem Urteil festgelegt. Es ist also Ihr „gutes“ Recht, keine veralteten Modelle von einem Hörakustiker angeboten zu bekommen. Sie könnten theoretisch sogar gegen einen Akustiker klagen, wenn dies der Fall sein sollte, weil er damit gegen Beratungsrichtlinien verstoßen würde, die mit der gesetzlichen Neuregelung 2013 festgelegt wurden.

Hörgeräteakustiker halten ein großes Sortiment an zuzahlungsfreien HdO -und IO-Geräten vor, auch wenn Sie ihnen das verschweigen. Sie sollten aktiv danach fragen. Nutzen Sie in jedem Fall die kostenlose Möglichkeit, verschiedene Geräte in alltäglichen Situationen Probe zu tragen, und testen Sie, mit welchen Geräten Sie besser hören können. Sie sollten mindestens ein Hörgerät mit aktueller Technik und ohne eigener Zuzahlung testen. Bestehen Sie darauf und fragen Sie nach dem Modellnamen und Herstellungsjahr.

Zuzahlungsfreie Hörgeräte sind dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Geräte, für die Ihnen, keine Kosten entstehen. Bezogen auf ihre Ausstattung sind sie nicht sehr umfangreich und stellen im Wesentlichen eine Grundversorgung dar. Folgende Funktionen für Ihr kostenloses Kassengerät können/sollten Sie von Ihrem Akustiker verlangen (Mindestausstattung):

  • digitale Signalverarbeitung
  • Mehrkanal-Technik mit mindestens 4 Kanäle
  • Rückkoppelungsunterdrückung
  • Störschallunterdrückung
  • 3 Hörprogramme
  • automatische Verstärkungsleistung
  • Verstärkungsleistung über 25dB bis 75dB
  • Verstärkungsleistung über 75dB bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit
  • Verstärkungsreserve von 10 bis 15 dB
  • Mehrmikrofontechnik
  • Akustisches Telefonprogramm
  • Audioeingang für Zusatzgeräte
  • Nano-Beschichtung
  • Induktionsspule

Wünschen Sie spezielle Ausstattungen, die über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, werden diese die Kosten hierfür in der Regel nicht übernehmen. Zusatzausstattungen, die von der Krankenasse nicht übernommen und Ihnen vom Akustiker gesondert in Rechnung gestellt werden sind:

  • Bedienungskomfort
  • Ästhetik
  • Bluetooth
  • Konnektivität zu PC/Tablet, Telefon, Handy oder MP3-Player

Bitte beachten Sie: Viele Krankenkassen haben mit bestimmten Hörgeräteakustikern spezielle Verträge geschlossen. Damit wird sichergestellt, dass Sie qualitätsgesicherte und neue Hörgeräte ohne Zuzahlung erhalten. Die Adresse und den Standort dieser Vertragsakustiker können Sie bei Ihrer Krankenkasse erfragen. Die Anbieter werden Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit „mehr“ zuzahlungsfreie Geräte anbieten und diese auch für Sie „korrekt“ anpassen.

Alle Hörgeräteakustiker haben sich vertraglich gegenüber Krankenkassen verpflichtet, Ihnen verschiedene moderne Hörgeräte anerkannter Hersteller ohne eigene Zuzahlung anzubieten. So zumindest die Theorie. Bei einer seriösen Hörgeräteberatung sollte Ihnen ausreichend Zeit zum Ausprobieren von geeigneten Hörhilfen gegeben werden. Dazu gehört neben einem konkreten schriftlichen Kostenvoranschlag, mehrere Geräte zur Probe tragen zu dürfen. Ohne Druck nach dem Motto „Sie müssen sich jetzt entscheiden“ können Sie Geräte bis zu 14 Tage testen. Der Akustiker sollte Ihnen gegenüber die verbaute Technik erklären, Ihnen den Preis vor Probebeginn mitteilen und Sie über die Nachbetreuung informieren.

Das Angebot an Hörhilfen ist vielseitig und umfangreich. Die Preise sind sehr unterschiedlich, von Hersteller zu Hersteller und von Akustiker zu Akustiker. Ein Vergleich lohnt sich für Sie immer, denn teuer ist nicht gleich gut und muss für ihre persönliche Hörsituation nicht immer besser sein.

Bildquellen:
shutterstock.com
phonak.com

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13 Leserkommentare
  1. Astrid schrieb
    am 8 November 2012 um 14:33

    Ich habe von einem deutschen HNO-Arzt eine Verordnung für ein Hörgerät bekommen. Wir leben direkt an der Grenze zu den Niederlanden, der Weg zum niederländischen Akustiker ist der Kürzeste, die Preise dort für ein Hörgerät sind bedeutend geringer. Im Internet habe ich von der unkomplizierten Übernahme der KK-Anteile in einem solchen Fall gelesen. Meine KK allerdings lehnt die Übernahme ab. Gibt es klare Regelungen dazu? Gibt es eine Möglichkeit eine Kostenübernahme zu erwirken?
    Vielen Dank
    Astrid

  2. Christa schrieb
    am 2 Februar 2013 um 23:12

    Hallo, ich habe seit ca. 12 Jahren zwei Hörgeräte und war mit meinem Akustiker nicht mehr zufrieden. Man rechnete mir jedes Mal den Austausch der Schläuche und Reinigung ab. Ich habe jetzt einen Akustiker in meiner Nähe der mir dies kostenlos macht. Jetzt habe ich das Problem, mein Batteriefachdeckel ist ausgeleiert und fällt dauernd ab so dass ich ihn schon ein paar Mal verloren hatte. Jetzt klebe ich ihn mit Tesafilm zu. Ich habe mich erkundigt und man sagte mir, dass dieses Gerät nicht mehr hergestellt wird und ich evtl. ein neues Gehäuse oder sogar ein neues Gerät brauche.

    Und da meine sechs Jahre abgelaufen sei wo die Krankenkasse noch eine Zuzahlung leisten würde wäre auch hin. Also müsse ich damit rechnen das Gerät selbst zahlen zu müssen. Ich arbeite zurzeit nicht, hatte eine HWS OP und bin in einer Umschulung und bekomme nur Übergangsgeld. Jetzt ist meine Frage, was kann ich tun und wo kann ich mich erkundigen ob ich eine Zuzahlung / Kostenübernahme bekomme. Über eine Nachricht oder Tipp würde ich mich freuen.
    Vielen Dank im Voraus
    Christa

  3. Ralph schrieb
    am 27 Februar 2013 um 12:00

    Hallo Christa ,

    Geh mal zu deinem HNO-Arzt. Ich denke nach 6 Jahren sind deine Geräte veraltet. Du hast ANSPRUCH auf neue Hörgeräte, aber das kann nur der Arzt entscheiden! Und je nachdem wie hoch der Hörverlust ist, kommt auch die Zuzahlung von der KK mehr oder weniger. Eventuell bekommst du sogar vom Arbeitsamt einen Zuschuss!

    L.G.
    Ralph

  4. Gabriela schrieb
    am 1 September 2013 um 08:50

    Hallo,
    ich habe vom HNO-Arzt eine Verordnung für ein Kombi-Tinnitus-Hörgerät bekommen. Mein Akustiker meint, dass ich das Hörgerät von der Knappschaftkrankenkasse bezahlt bekomme, aber für Tinnitusgeräte muss ich privat bezahlen. Stimmt das?
    Danke
    Gabriela

  5. Volker schrieb
    am 3 September 2013 um 16:30

    Wie sieht es mit der Kostenerstattung für Batterien, Otoplastiken u.ä. Geräten aus, die meines Erachtens unbedingt für einen Betrieb eines Hörgerätes erforderlich sind?
    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus,
    Volker

  6. Marion schrieb
    am 9 Januar 2014 um 12:56

    Ich habe im TV gehört, dass die Kostenübernahme für Hörgeräte ab 01.11.2013 von den gesetzlichen Kassen fast verdoppelt werden (Ca. 700 €). Ist das so?
    mfG Marion

  7. Kreusch Gerd schrieb
    am 19 Januar 2014 um 20:09

    Hallo! Ich komme mit meinen jetzigen Hörgeräten nicht mehr klar, da sich das Hörvermögen weiterhin verschlechtert hat. Nach wie vielen Jahren kann ich mir neue verordnen lassen, um den gesetzlichen Zuschuss der Krankenkasse zu bekommen.

    Mit freundlichen Grüßen
    G. Kreusch

  8. Kurt Schneider schrieb
    am 30 April 2014 um 11:29

    Bitte teilen Sie unverbindlich mit, welche Kosten die Berufsgenossenschaft übernimmt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kurt Schneider

  9. Meerheim schrieb
    am 14 April 2015 um 10:35

    Sehr geehrtes Team,

    Das Alter des Patienten ist 81 Jahre.
    1. Ohr völlig taub
    2. Ohr zur Taubheit neigende Schwerhörigkeit
    Krankenkasse: AOK Bayern
    Einkommen: kein Vermögen, geringste Rente mit Witwenrente
    Mindestwunsch: nach BGB, ohne Extras und Schönheit

    Wieviel kostet im April 2015 das eine nur noch notwendige Hörgerät, welches auf der AOK Liste stehen sollte? Wieviel muss dabei nach heutigen Stand der Patient selbst tragen an Kosten? Wieviel Kosten übernimmt die AOK? Patient hat Hinter dem Ohr App. und will keine Chip-OP!

    Recht vielen Dank für Ihre Bemühungen und mit freundlichen Grüßen verbleibt. F.M.

  10. helmut schrieb
    am 16 August 2015 um 17:32

    Bitte teilen Sie mir mit, welche Kosten die Berufsgenossenschaft übernimmt.

  11. Johann schrieb
    am 12 November 2015 um 16:26

    Meine Frau braucht dringend neue Hörgeräte. Eine VO des HNO-Arztes liegt vor. Beim Akustiker hat sich herausgestellt, dass sie mit dem Fabrikat von Phonak, Modell Bolero V 90 P SN am besten zurechtkommt. Dafür will der Akustiker 2850/ 5700 Euro in Rechnung stellen. 10 % = 5130 Euro für beide Seiten.

    Erstattet werden von der Beihilfe 1500/3000 Euro = davon 70 % = 2100 Euro. Die Privatversicherung erstattet 1725/3450 Euro = davon 30 % = 1035 Euro. Gesamterstattung 3135 Euro. Verbleiben als Zuzahlung 1995 Euro! Mir erscheint der Ausgangspreis und damit auch die Zuzahlung viel zu hoch.

    Wie wird dieser Preis von Ihnen bewertet und zu welchem Preis kann ich die Geräte woanders beziehen?
    Danke für Ihre Hilfe

  12. Sandra schrieb
    am 3 Februar 2016 um 00:44

    Hallo, ich habe eine ganz komplizierte Frage bezüglich der Schwerhörigkeit. Ich habe seit meine Kindheit hochgradige Schwerhörigkeit und habe ganz normale „altmodische Hörgeräte“ die hinter dem Ohr liegen. Diese Hörgeräte sind für mich ausreichend.

    ABER: Beruflich reicht es aber nicht.

    Ich bin beruflich eine Intensiv-Fach-Krankenschwester und eine OTA (Operative Technische Assistentin) und arbeite somit direkt auf der Notfall-Intensivstation sowie auch im OP Bereich. Da für diesen Beruf meine aktuellen Hörgeräte nicht ausreichend sind (zu große Gefahr für die Patienten sowie auch für mich), habe ich eine Verordnung von einem NHO Arzt für ein IdO Gerät bekommen. Da meine aktuellen Hörgeräte starke Rückkopplungen haben und durch die Maschinen auf der Intensivstation ständig ausgehen, geht mein Arzt davon aus, dass ich dringend Im-Ohr-Hörgeräte (z.B. CIC oder IIC Geräte) benötige.

    Meine Frage ist, ob mir für solche Hörgeräte in meinem Fall von irgendeiner Krankenversicherung eine vollständige Kostenübernahme zusteht. Oder muss ich alles selbst bezahlen? Wenn ja, welche Versicherung übernimmt die Kosten?

    Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen und bedanke mich im Voraus.

    Liebe Grüße
    Sandra T.

  13. Dieter schrieb
    am 12 November 2016 um 08:29

    Ich bin gerade beim Testen von verschiedenen Geräten. Ich arbeite auf dem Bau mit ziemlich viel Lärm. Wenn die KK die Kosten nicht übernimmt, wie sieht es mit der Bau BG aus, welche Kosten würde die Bau BG übernehmen

    Mit freundlichen Grüßen
    Dieter

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