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Hörgeräte & Krankenkasse: Kostenübernahme durch die PKV und GKV

Wenn ein Hörgerät von einem Facharzt verordnet wird, müssen die Krankenkassen die verordneten Hörhilfe bezahlen. In der Praxis ergeben sich bei der Kostenübernahme durch die Krankenkassen jedoch häufig Diskussionen. Viele Krankenkassen – egal ob GKV oder PKV – wollen nur Teilbeträge erstatten und versuchen so einen Teil der Kosten auf die Patienten abzuwälzen.

Die hohen Kosten, die mit dem Kauf von Hörgeräten anfallen, werden durch eine Kostenübernahme der Krankenkassen zumindest zum Teil abgefangen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel Pauschalbeträge, in Einzelfällen können sie jedoch auch alle anfallenden Kosten übernehmen. Bei der privaten Krankenversicherung sieht es ähnlich aus. Hier lohnt zusätzlich ein Blick in die allgemeinen Versicherungsbedingungen, die individuell gestaltet sein können.

Kostenübernahme bei Hörgeräten durch die Krankenkassen

Egal ob PKV oder GKV, Hörgeräte müssen immer durch einen Facharzt verordnet werden, damit die Krankenkassen für die Kosten der Versorgung aufkommen. Der HNO-Arzt stellt dabei im Regelfall nur fest, dass eine Hörhilfe medizinisch sinnvoll ist. Ein konkretes Modell wird allerdings nicht verordnet. Das passende Hörgerät findet man durch Untersuchung, Beratung und Tests beim Akustiker. Wenn die Wunsch-Hörhilfe gefunden ist, erhält man einen Kostenvoranschlag, den man an die Krankenkasse weiterleiten kann. Viele Akustiker übernehmen diese Formalien für die Patienten. Begibt man sich auf direktem Weg zum Akustiker und wählt ein Hörgerät aus, ohne dass dieses von einem HNO-Facharzt verordnet wurde, so ist eine nachträgliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen meist nicht mehr möglich.

Im Ohr Hörgeräte

Von der Krankenkasse erhält der Antragsteller im Anschluss einen Bescheid, der Aufschluss darüber gibt, ob die vollen Kosten oder nur ein Teil der anfallenden Kosten übernommen werden. Den Kauf einer Hörhilfe vor dem Bewilligungsbescheid der Krankenkasse sollte man vermeiden, da in einem solchen Fall die Kostenübernahme durch die Krankenkassen verweigert werden kann. Generell gibt es auch zuzahlungsfreie Hörgeräte, die komplett von den Krankenkassen bezahlt werden. Bei teureren Modellen kann die Krankenkasse bei der Kostenübernahme nur einen Teilbetrag leisten. Möglich ist dies allerdings nur, wenn eine günstigere Versorgung zum gleichen medizinischen Ergebnis führen würde.

Kosten bei Hörgeräten – Was zahlen die Krankenkassen?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen Pauschalbetrag als Kostenübernahme. Dieser Pauschalbetrag liegt bei gut 784,94 Euro. Dies reicht im Regelfall nicht aus, um ein modernes Hörgerät vollständig zu bezahlen. Prinzipiell sind die Krankenkassen jedoch verpflichtet die kompletten Kosten einer Hörhilfe zu übernehmen. In der Praxis kann es daher leicht zu juristischen Diskussionen bis hin zur Klage kommen. Krankenkassen argumentieren, dass es günstigere Alternativen gäbe – und dann liegt es auch am Patienten zu beweisen, dass dies im konkreten Fall nicht so ist.

Urteile im Bereich der Kostenübernahme hat es bereits viele gegeben. Einige geben den Krankenkassen recht, viele jedoch auch den Patienten. Meist handelt es sich jedoch um Einzelentscheidungen, die nicht so ohne weiteres auf andere Fälle übertragbar sind. Bei den privaten Krankenkassen sieht die Situation ähnlich aus. Hier sollte man in jedem Fall jedoch auch in die jeweiligen Versicherungsbedingungen schauen, welche Versorgung zu erwarten ist. Meist ergibt sich bei der PKV jedoch ein etwas größerer Spielraum bei der Kostenübernahme eines neuen Hörgerätes.

Hörgerät Kostenübernahme – stillschweigend zahlen, oder kämpfen?

Wenn die Krankenkasse einen Teil der Kostenübernahme nicht leisten will, empfiehlt es sich in jedem Fall Widerspruch gegen eine solche Entscheidung einzulegen. Wenn jedoch auch der Widerspruch zurückgewiesen wird, steht man unwillkürlich vor der Entscheidung: stillschweigend zahlen, oder kämpfen? Diese Frage sollte man nicht alleine entscheiden. Lassen Sie sich beraten. Der Deutsche Schwerhörigenbund bietet sowohl eine regionale Beratung, als auch eine Beratung über das Internet an. Aussicht auf eine vollständige Kostenübernahme des neuen Hörgerätes besteht grundsätzlich durchaus. Die Hörhilfe ist im eigentlichen Sinne eine Sachleistung und kein finanzieller Zuschuss.

Grundsätzlich ist es möglich, das Hörgerät bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts privat zu finanzieren. Teilen Sie dies der Krankenkasse mit. So stellen Sie klar, dass sie einerseits nicht auf Ihre Ansprüche verzichten werden und andererseits nicht unnötig lange auf die benötigte Hörhilfe verzichten müssen. Bedenken sollte man zudem, dass die Krankenkassen bei der Anschaffung eines Hörgeräts auch Kosten für Service und Wartung übernehmen. Erstattet eine Krankenkasse nicht den vollen Hörgeräte Preis, so wird man unter Umständen auch zu einem späteren Zeitpunkt Eigenleistungen zu Reparaturen oder anderen Service-Leistungen beisteuern müssen.

Kostenübernahme bei Hörhilfen – Wer zahlt sonst noch Zuschüsse?

Grundsätzlich kommen auch andere Kostenträger für eine Kostenübernahme in Frage. So kann im Beruf ein besonders hochwertiges Hörgerät benötigt werden (zum Beispiel für Bürotätigkeiten mit Telefondienst oder auch bei Tätigkeiten in lauten Produktionseinrichtungen), die von den Krankenkassen nicht immer bezahlt werden. Weitere mögliche Ansprechpartner sind in einem solchen Fall die gesetzliche Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit, wenn die Ausübung des Berufes ansonsten gefährdet wäre.

Wenn der Hörverlust auf einen Unfall zurückzuführen ist, kann unter Umständen auch die gesetzliche Unfallversicherung für eine Kostenübernahme beim Hörgerät sorgen. Ist die Hörschwäche durch eine Erkrankung oder einen Unfall zu begründen, der in Zusammenhang mit der zuvor ausgeübten beruflichen Tätigkeit steht, so kann die Kostenübernahme unter Umständen auch durch die jeweilige Berufsgenossenschaft erfolgen. Auch hier ist es wichtig, sich kompetent beraten zu lassen.

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9 Kommentare
  1. Astrid schrieb
    am 8 November 2012 um 14:33

    Ich habe von einem deutschen HNO-Arzt eine Verordnung für ein Hörgerät bekommen. Wir leben direkt an der Grenze zu den Niederlanden, der Weg zum niederländischen Akustiker ist der Kürzeste, die Preise dort für ein Hörgerät sind bedeutend geringer. Im Internet habe ich von der unkomplizierten Übernahme der KK-Anteile in einem solchen Fall gelesen. Meine KK allerdings lehnt die Übernahme ab. Gibt es klare Regelungen dazu? Gibt es eine Möglichkeit eine Kostenübernahme zu erwirken?
    Vielen Dank
    Astrid

  2. Christa schrieb
    am 2 Februar 2013 um 23:12

    Hallo, ich habe seit ca. 12 Jahren zwei Hörgeräte und war mit meinem Akkustiker nicht mehr zufrieden. Man rechnete mir jedesmal den Austausch der Schläuche und Reinigung ab.
    Ich habe jetzt einen Akkustiker in meiner Nähe der mir dies kostenlos macht.Jetzt habe ich das Problem, mein Batteriefachdeckel ist ausgeleirt und fällt dauernd ab so dass ich ihn schon ein paar mal verloren hatte. Jetzt klebe ich ihn mit Tesafilm zu.Ich habe mich erkundigt und man sagte mir, dass dieses Gerät nicht mehr hergestellt wird und ich evtl. ein neues Gehäuse oder sogar ein neues Gerät brauche.
    Und da meine sechs Jahre abgelaufen sei wo die Krankenkasse noch eine Zuzahlung leisten würde wäre auch hin. Also müsse ich damit rechnen das Gerät selbst zahlen zu müssen.Ich arbeite zur Zeit nicht, hatte eine HWS OP und bin in einer Umschulung und bekomme nur Übergangsgeld.Jetzt ist meine Frage, was kann ich tun und wo kann ich mich erkundigen ob ich eine Zuzahlung / Kostenübernahme bekomme.Über eine Nachricht oder Tip würde ich mich freuen.
    Vielen Dank im vorraus
    Christa

  3. Ralph schrieb
    am 27 Februar 2013 um 12:00

    Hallo Christa ,

    gehe mal zu deinem HNO-Arzt ,ich Denke nach 6 Jahren sind deine Geräte veraltert & Du hast ANSPRUCH auf NEUE Hörgeräte aber das kann nur der Arzt entscheiden !
    Und jenachdem wie hoch der Hörverlusst ist kommt auch die zuzahlung von der KK mehr oder weniger & eventuell bekommst DU sogar vom Arbeitsamt einen Zuschuss !

    L.G.
    Ralph

  4. Gabriela schrieb
    am 1 September 2013 um 08:50

    Hallo,
    habe vom HNO-Arzt
    eine Verordnung für ein Kombi-Höhr-Tinnitus bekommen.
    Mein Akkustiker meint, dass ich kann Höhrgäret von der Knappschaftkrankenkasse bezahlt bekommen, aber für Tinnitusgerät muss ich privat bezahlen.
    Wie ist das?
    Danke
    Gabriela

  5. Volker schrieb
    am 3 September 2013 um 16:30

    Wie sieht es mit der Kostenerstattung für Batterien, Otoplastiken u.ä. Geräten aus, die m. E. unbedingt für einen Betrieb eines Hörgerätes erfordelich sind?
    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus,
    Volker

  6. H.Königs schrieb
    am 18 Oktober 2013 um 17:05

    hallo ,ich habe im TV gehört ,dass die Kostenübernahme für Hörgeräte ab 01.11.2013 von den ges.Kassen fast verdopplt werden. Ist das so ?
    mfG
    H.Königs
    ps: Ich teste gerade ein Gerät!

  7. Marion schrieb
    am 9 Januar 2014 um 12:56

    hallo ,ich habe im TV gehört ,dass die Kostenübernahme für Hörgeräte ab 01.11.2013 von den ges.Kassen fast verdopplt werden. (Ca.700,00 €)
    Ist das so ?
    mfG
    Marion

  8. Kreusch Gerd schrieb
    am 19 Januar 2014 um 20:09

    Hallo!
    Ich komme mit meinen jetzigen Hörgeräten nicht mehr klar, da sich das Hörvermögen weiterhin verschlechtert hat. Nach wie vielen Jahren kann ich mir neue verordnen lassen, um den gestzlichen Zuschuss der KK zu bekommen

    Mit freundlichen Grüßen
    G. Kreusch

  9. Kurt Schneider schrieb
    am 30 April 2014 um 11:29

    Bitte teilen Sie unverbindlich mit , welche Kosten die Berufsgenossenschaft übernimmt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kurt Schneider

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