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Fielmann Hörgeräte – Nulltarif, Preise und Erfahrungen mit Hörgeräten von Fielmann

Das im Jahre 1972 gegründete Unternehmen Fielmann war bislang als reine Optiker-Kette bekannt. Allerdings hat Günther Fielmann, der Gründer und Geschäftsführer, die Zeichen der Zeit erkannt und bietet seit einiger Zeit auch Hörgeräte an. Derzeit gibt es bereits in knapp 50 von europaweit insgesamt über 670 Filialen neben den Optiker-Produkten auch Hörgeräteakustik.

Laut den vorliegenden Informationen der Fielmann AG, soll das Hörakustik-Angebot in den kommenden drei Jahren weiter ausgebaut werden, sodass dann in mindestens jeder dritten Fielmann Filiale Hörgeräte angeboten werden können. Darüber hinaus werden in der eigenen Optikerschule in Plön Hörgeräteakustiker ausgebildet, um den Kunden eine bestmögliche Beratung bieten zu können.

Fielmann will Hörgeräte salonfähig machen

Bedingt durch den neuen Geschäftszweig kann Fielmann in den kommenden drei Jahren etwa 500 neue Auszubildende und Fachkräfte einstellen. Fielmann, dessen Hauptverwaltung in Hamburg beheimatet ist, hätte dann über 15.000 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Luxemburg und den Niederlanden. Darüber hinaus möchte das Unternehmen die Scheu der Menschen vor dem Tragen eines Hörgerätes minimieren und das eher schlechte Image von Hörgeräten verbessern. Ob Hörgeräte jedoch tatsächlich schon bald als modisches Accessoires angesehen werden, bleibt vorerst nur abzuwarten.

fielmann hörgeräte
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Aufgrund der nachweislich stetig älter werdenden Bevölkerung in Deutschland gilt das Hörgeräte-Segment hierzulande als zukunftsträchtiger Markt. Mittlerweile nutzen rund 2,5 Millionen Bundesbürger ein Hörgerät, und allein im vergangenen Jahr wurden knapp 900.000 neue Geräte verkauft. Laut einer Forsa-Studie leiden allerdings mehr als 13 Millionen Deutsche an einer Hörschwäche, sodass man in naher Zukunft mit einem deutlichen Wachstum des Hörgerätemarktes rechnen kann. Günther Fielmann vergleicht den Zustand der Hörakustik mit dem des Optikerhandwerks vor 20 bis 30 Jahren. Der im Jahre 1939 in Strafstedt geborene Unternehmer sieht hier viel Potential und will jedes Jahr mindestens 60.000 Hörgeräte verkaufen.

Wie aus der Forsa-Studie weiterhin hervorgeht, tragen derzeit nur rund 30 Prozent der Menschen ein Hörgerät, die aufgrund einer erkannten Hörschwäche ein solches Gerät jedoch dringend benötigen würden. Der Hauptgrund dafür ist die Eitelkeit und die Sorge davor, von anderen Menschen darauf angesprochen zu werden. Da die Hörgeräte jedoch immer kleiner und unauffälliger werden, sind die Sorgen der Betroffenen eher unbegründet. Das Unternehmen Fielmann hat diesen Umstand erkannt und bereits damit begonnen die Optiker-Filialen auszubauen, um dort in Zukunft auch Hörgeräte sowie eine passende Beratung anzubieten.

Fielmann Hörgeräte zum Nulltarif?

Die Werbung „Hörgeräte zum Nulltarif“ ist aus unserer Sicht etwas verwirrend, da man auch bei der Basis-Hörgeräteversorgung zum Krankenkassensatz, eine gesetzlich vorgesehene Zuzahlung in Höhe von €10 leisten muss. Digitale Kassengeräte bietet Fielmann bereits ab zwei Kanälen aufwärts mit Richtmikrofon, Störgeräuschreduzierung und Lautstärkenregler an.

fielmann filiale
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Wer ein neues Hörgerät benötigt, der muss vor dessen Kauf einige Hürden überwinden. Der erste Schritt, noch bevor man eine Hörgeräte-Akustiker-Kette wie beispielsweise Fielmann aufsucht, ist der Besuch eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes. Dieser muss durch eine Untersuchung klar feststellen können, dass der Betroffene ein Hörgerät benötigt, um dann ein Rezept ausstellen zu können. Mit diesem Dokument kann man dann einen Hörgeräteakustiker aufsuchen und sich dort beraten lassen. Die Stiftung Warentest empfiehlt jedoch vor dem Kauf eines neuen Hörgerätes die verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen. Mit dem ärztlichen Rezept ist es dann möglich, eine Zuzahlung bei der eigenen Krankenkasse zu beantragen. Wer bei dem Kauf eines neuen Hörgerätes auf den Gang zum HNO-Arzt verzichten möchte, muss die Kosten dafür dann allerdings komplett alleine tragen.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben gesetzlich Versicherte in Deutschland alle sechs Jahre Anspruch auf ein zuzahlungsfreies Hörgerät („Nulltarif“). Allerdings werden von den Versicherungen nicht alle Modelle und Ausführungen unterstützt. Doch laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und einem Test der Wirtschaftswoche schneiden die von den Krankenkassen unterstützen Hörgeräte nicht unbedingt schlechter ab als Geräte mit hoher Zuzahlung. Trotzdem sollte man sich bei dem Besuch eines Hörgeräteakustikers wie Fielmann auch höherpreisige Geräte zeigen lassen. Diese werden je nach Modell, Ausstattung und Preis nur bis zu dem von den Krankenkassen festgelegten Höhstbetrag bezuschusst. Man sollte jedoch gerade in Bezug auf die eigene Gesundheit abwägen, mit welchem Hörgerät man am besten zurechtkommt. Darüber hinaus ist es zu empfehlen, dass man sich bereits vor dem Kauf bei seiner Versicherung informiert, welche Hörgeräte zuzahlungsfrei sind und welche Kosten auf einen zukommen, wenn man sich für ein anderes Modell entscheidet.

Höhere Krankenkassen-Zuschüsse für den Kauf eines Hörgerätes

Seit dem 01. November 2013 unterstützen die deutschen Krankenkassen die Versicherten mit einem höheren Festbetrag bei der Hörgeräteversorgung. Je nach Krankenkasse liegt der Anstieg der Zuschüsse bei 40 bis 60 Prozent. Versicherte erhalten im Schnitt 785 Euro, statt den bisherigen 421,28 Euro. Sollte der Versicherte eine beidohrige Versorgung benötigen, übernimmt die Krankenkasse derzeit zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Diese Zuzahlungen beziehen sich hauptsächlich auf die zuzahlungsfreien Standard-Hörgeräte. Sollte aus medizinischen Gründen jedoch eine teurere Hörhilfe notwendig sein, müssen die Krankenkassen auch hier bezahlen. Welche Anforderungen dafür erfüllt werden müssen, erfragt man am besten direkt bei seiner Krankenkasse.

Die Kostenübernahme für Hörgeräte durch die Privaten Krankenkassen (kurz PKV) weicht allerdings von dem Verfahren der gesetzlichen Kassen ab. Als Privatversicherter benötigt man zwar ebenfalls ein medizinisches Gutachten des HNO-Arztes, doch die finanzielle Unterstützung wird von Fall zu Fall unterschiedlich hoch ausfallen. Grundsätzlich gilt hier: wer sich als Privatversicherter ein qualitativ hochwertigeres Hörgerät zulegen möchte, muss dieses im Normalfall komplett selber bezahlen. Bevor man sich also zum Kauf eines Hörgerätes entscheidet, sollte man schon im Vorfeld die notwendigen Informationen bei seiner Krankenkasse einholen.

Große Auswahl an Hörgeräten bei Fielmann

In den Filialen, in denen Fielmann bereits Hörgeräte anbietet, finden die Kunden eine recht große Auswahl an verschiedenen Geräten von unterschiedlichen Herstellern. Laut den Verkaufszahlen von Fielmann gelten dabei besonders die unauffälligen In-dem-Ohr Modell (kurz IdO) und die klassischen Hinter-dem-Ohr Modelle (kurz HdO) als die umsatzstärksten Hörgeräte. Neben den aktuellen Modellen der Firma Phonak bietet Fielmann auch viele Hörgeräte von Siemens an. Dank zahlreicher Kooperationen mit Herstellern ist die Optiker- und Hörgeräte-Kette jedoch auch in der Lage Hörgeräte anderer Hersteller auf Wunsch zu bestellen. Allerdings ist es empfehlenswert, sich bereits vorab von einem der ausgebildeten Hörgeräteakustiker beraten zu lassen – denn nicht immer ist ein teures Gerät notwendig.

Welche Geräte scheiden im Vergleichstest der Stiftung Warentest und des TV-Magazins Wiso am besten ab? Laut Wiso gehören derzeit der deutsche Konzern Siemens und das Schweizer Unternehmen Phonak zu den umsatzstärksten Herstellern von Hörgeräten – nicht zuletzt durch die Kooperation mit Fielmann und dessen immer stärker werdende Präsenz auf dem Hörgerätemarkt. Desweiteren hat Wiso herausgefunden, welche Hörgeräte der beiden Hersteller zum aktuellen Zeitpunkt am häufigsten in den Fielmann-Filialen verkauft werden. Diese Informationen decken sich zudem mit den Aussagen der Nutzer im Deutschen Schwerhörigen-Forum.

Hinter-dem-Ohr Hörgeräte (HdO) von Siemens – die Intuis-Serie

Die Hörgeräte-Serie Intuis beinhaltet insgesamt vier verschiedenen Modelle: das Intuis S Dir, das Intuis Life, das Intuis Dir und das Intuis SP Dir. Alle Modellvarianten sind bei Fielmann erhältlich und bieten laut einem Test des Wirtschaftsmagazins Focus einen besonders hohen Trage- und Bedienungskompfort. Da die Hörgeräte individuell gefertigt werden, lässt sich zum einen das Design und zum anderen auch die Farbe nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen. Zudem lässt sich mit nur einem Knopfdruck die sogenannte Richtmikrofontechnologie von Intuis aktivieren, welche die Sprachverständlichkeit in besonders lauten Umgebungen verbessert. Ebenso können dank der Rückkopplungsunterdrückung unerwünschte Störgeräusche herausgefiltert werden.

Siemens Intuis Hörgerät
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Die Hinter-dem-Ohr-Modelle der Hörgeräte-Serie Intuis bieten einen Feuchtigkeits- und Cerumenschutz, sodass diese Geräte besonders langlebig sind. Darüber hinaus sorgt die sogenannte Nano-Beschichtung dafür, dass nicht nur Wasser sondern auch Schmutz einfach von dieser sehr glatten Oberfläche abperlen. Die Intuis-Serie wird seit geraumer Zeit auch in vielen Fielmann-Filialen verkauft. Welches der genannten Modelle am besten zu den eigenen Anforderungen passt, kann der Hörgeräteakustiker nach einem Beratungsgespräch am besten beurteilen.

In-dem-Ohr Hörgeräte (IdO) von Siemens – die Insio-Serie

Laut der Stiftung Warentest besticht die Insio-Serie von Siemens vor allem durch die patentierte Rückkopplungsstabilität. Darüber hinaus verfügen die drei bei Fielmann erhältlichen Modellvarianten (Insio IT, Insio CT und Insio CIC) über die sogenannte Optivent-Technologie. Dabei handelt es sich um einen Belüftungskanal, der ein angenehmes Tragegefühl ohne den bekannten Verschlusseffekt ermöglicht. Die Hörgeräte der Insio-Serie bieten zudem eine Unterdrückung sämtlicher Störgeräusche und arbeiten mit bis zu 48 Kanälen.

Siemens Insio Hörgerät
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Durch die sogenannten adaptiven Regelzeiten ermöglichen die Insio-Hörgeräte eine sehr hohe Klangqualität ohne Rauschen. Der „Tinnitus-Noiser“ unterstützt den Nutzer dabei, die Tinnitus-Wahrnehmung deutlich zu verringern. Optional kann ein Lautstärkenregler sowie ein Richtmikrofon mit dem Hörgerät verbunden werden. Durch dieses Mikrofon hat der Nutzer die Möglichkeit den Gesprächspartner so aufzunehmen, dass sämtliche Stör- und Nebengeräusche herausgefiltert werden.

Hinter-dem-Ohr Hörgeräte (HdO) von Phonak – das Bolero Q

In dem Bereich der Hinter-dem-Ohr-Technologie bietet die Hörgeräte-Serie Bolera Q von Phonak eine sehr gute Klang- und Hörqualität. Die Modellreihe Bolero Q ist bei Fielmann in verschiedenen Designs und unterschiedlichen Haut- oder Haarfarben erhältlich. Aufgrund der geringen Größe fällt das Hörgerät kaum auf und wird daher auch von den Nutzern des Deutschen Schwerhörigen-Forums empfohlen. Darüber hinaus verfügt das Bolero Q über verschiedene Leistungsstufen, sodass der Nutzer das Hörgerät schnell und einfach eigenhändig an plötzlich wechselnde Hörsituationen anpassen kann.

Phonak Bolero Q
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Das Phonak Bolero Q ist bei Fielmann in den folgenden Modellvarianten erhältlich: SP (Basis-Modell), P, M13 und M312 (Premium-Variante). Das Premium-Modell bietet alle Funktionen, wie beispielsweise „Speech in Wind“, wodurch Windgeräusche nahezu komplett unterdrückt werden oder auch „Auto StereoZoom“. Diese Funktion ermöglicht dem Hörgerät die Stimme einer einzelnen Person in einer Gruppe zu fokussieren und herauszufiltern. Allerdings ist das Premium-Modell mit den insgesamt 20 Kanälen auch das teuerste. Deutlich günstiger ist das Basis-Modell mit vier verschiedenen Kanälen. Hier muss der Benutzer zwar auf einige Features verzichten, doch die wichtigsten Funktionen wie der „Geräusche-Blocker“ und der „UltraZoom“ sind auch hier vorhanden.

In-dem-Ohr Hörgeräte (IdO) von Phonak – das Virto Q

Die Hörgeräte-Serie Virto Q von Phonak ist aufgrund ihrer äußerst geringen Größe sehr diskret zu tragen und nahezu unsichtbar. Das Modell Virto Q-nano gilt laut der Stiftung Warentest derzeit sogar als das kleinste maßgefertigte Hörgerät auf dem Markt. Wie auch die Modelle der Bolero-Serie können die Virto-Modelle auf Wunsch individuell angepasst werden – sowohl im Aussehen als auch in der Farbgebung.

Phonak Virto Q
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Das Virto Q wird von Phonak in den folgenden Modellvarianten angeboten: 13, 312, 10 und nano. Hier kann der Käufer, wie auch bei den Bolero-Modellen, zwischen den verschiedenen Leistungsstufen auswählen. Diese Stufen gliedern sich wie folgt auf: 15 – Basic, 30 – Essential, 50 – Standard, 70 – Advanced und 90 – Premium. Obwohl die Premium-Variante die meisten Funktionen beinhaltet, sollte man sich trotzdem auch über die übrigen Modelle informieren. Der Hörgeräteakustiker von Fielmann kann, nach einem ausführlichen Beratungsgespräch, ein passendes Modell finden.

Das sagt die Stiftung Warentest

Die bekannte Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat insgesamt sechs Hörgeräteakustikerketten in einem verdeckten Test miteinander verglichen. Neben Fielmann wurden auch Geers, Amplifon, Iffland, Seifert und Kind getestet. In dem Bereich „Hörgeräteauswahl und Hörgeräteergebnis“ schnitt die Firma Fielmann mit der Note „gut“ (2,0) am besten ab – gefolgt von Geers (2,8) und Kind (ebenfalls 2,8). Desweiteren wurde die Beratungsqualität von den Testern geprüft. Die Kundenberater in den verschiedenen Filialen waren allesamt ausgebildete Hörgeräteakustiker – daher konnten alle Anbieter in diesem Kriterium überzeugen. Als Gesamtsieger konnte sich Fielmann knapp vor Kind, Amplifon und Geers durchsetzen.

Trotz der fast durchweg positiven Ergebnisse warnt die Stiftung Warentest jedoch davor, sich direkt das erstbeste Hörgerät zu kaufen. In der Branche herrscht laut dem Testinstitut ein regelrechter Preisdruck, da einige Anbieter beziehungsweise Berater häufig ein sehr teures Gerät empfehlen. Hier sollten sich Kunden in jedem Fall auch einige weitere Hörgeräte zeigen lassen, darunter auch mindestens zwei Kassenmodelle. Darüber hinaus kann es nicht schaden, wenn man die vor Ort erhaltenen Informationen nochmals nachprüft und sich eine zweite Meinung einholt. Ebenso sollte man bereits vor dem Kauf mit der Krankenkasse sprechen und erfragen, welche Geräte in welcher Höhe bezuschusst werden.

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1 Kommentar
  1. Lothar Patron schrieb
    am 1 April 2014 um 09:14

    Guten Tag!

    Für kleine Hörgeräte H.d.O. :
    was kostet eine Batterie, wann ist sie leer, und muß ausgetaucht werden?

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