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Hörgeräte im Test: Stiftung Warentest testet mehrere Hersteller

Zu den seriösesten Anlaufstellen für Testberichte gehört die Stiftung Warentest. Hörgeräte im Test sind dort jedoch eine Seltenheit. Beim letzten Test wurden fünf Akustiker-Ketten hinsichtlich ihres Angebots und ihrer Service-Qualität untersucht. Die Erkenntnisse des Tests helfen, die Beratungsqualität einzuschätzen und mögliche Mängel im Vorfeld zu erkennen. Die Empfehlungen der Experten entsprechen nämlich nicht immer einer optimalen Versorgung.

Letztmalig hatte die Stiftung Warentest im Jahr 2006 Hörgeräte im Test. Die seinerzeit gewonnen Erkenntnisse sind auch heute noch von großer Bedeutung. Da die Service-Qualität im Mittelpunkt des Tests stand, lassen sich aus den Ergebnissen auch heute noch wichtige Schlussfolgerungen ziehen. Gerade Betroffene, die sich das erste Hörgerät zulegen möchten, sollten mögliche Mängel in der Beratung beim Kauf eines Hörgeräts erkennen können. Ob sich eine Verbesserung der Hörqualität tatsächlich einstellt, kann anschließend nur ermittelt werden, wenn Hörhilfen im Test getragen werden.

Hörgeräte im Test bei der Stiftung Warentest

Im Jahr 2006 untersuchte die Stiftung Warentest die Qualität der Hörgeräte-Versorgung bei fünf großen Akustiker-Ketten, die überregional vertreten sind. 15 schwerhörige Tester überprüften dabei die Beratungs- und Service-Qualität der jeweiligen Anbieter. Bereits bei der Erstberatung waren dabei Mängel festgestellt worden. So verzichteten viele Anbieter auf Fragen, die das persönliche Umfeld des Betroffenen betreffen. Solche Fragen sind allerdings sehr wichtig, um ein Hörgerät auswählen zu können, das den tatsächlichen Bedürfnissen voll entspricht.

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© Copyright by hearing.siemens.com | Pressebild

Ein Theater- oder Musikliebhaber hat beispielsweise andere Ansprüche an ein Hörgerät als jemand, der auf der Arbeit laute Maschinen bedienen muss. Auch gezielte Nachfragen zu Erkrankungen (wie etwa Tinnitus) sollten bei der Erstberatung nicht fehlen. Bei der Auswahl passender Hörhilfen zeigte sich, dass viele Anbieter nur wenige Auswahlmöglichkeiten anbieten. Ein getesteter Akustiker empfahl gar nur ein einziges Hörgerät. Dem Patient fehlen so jegliche Vergleichsmöglichkeiten, die nötig wären, um ein objektives Urteil fällen zu können. Bei rund 2.000 in Deutschland erhältlichen Hörgeräte, sollten Akustiker immer mehrere Modelle empfehlen können.

Mängel in der Beratung beim Hörgeräte Test

Im Praxistest der Stiftung Warentest zeigte sich, dass viele Anbieter zu wenig auf die Bedürfnisse der Patienten eingingen. Dies trifft insbesondere auf die Auswahl der angebotenen Hörhilfen zu. So forderten die Tester Angebote, die sich preislich im Bereich von 800 bis 1.000 Euro pro Hörgerät bewegen sollten. Dies entspricht der normalen Mittelklasse. Viele Anbieter empfahlen Hörgeräte dieser Preisklasse, einige Akustiker empfahlen allerdings auch Hörgeräte, die mehr als das doppelte kosten sollten.

Tipp: Mit dem Audiogramm, das ein Arzt im Rahmen des Hörtests erstellt, sind Akustiker in der Lage, individuelle und passende Hörgeräte auszuwählen und detaillierte Preisauskünfte zu erteilen. In jedem Fall sollte man diese Chance nutzen, und die Preise ganz genau vergleichen. Es können sich erhebliche Unterschiede ergeben. Beachten sollte man allerdings, dass die Preise für die Hörgeräte auch die anfallenden Service-Arbeiten umfassen. Ein Großteil hiervon ist nötig, um das Hörgerät nach dem Kauf an das individuelle Gehör seines Trägers anzupassen.

Hörhilfen im Test: Einstellung und Anpassung nach dem Kauf entscheidend

Die individuelle Qualität eines Hörgeräts wird maßgeblich von der Einstellung auf das Gehör des Trägers beeinflusst. Diese Feinabstimmung erfolgt in den ersten Wochen nach dem Kauf und ist im Kaufpreis bereits enthalten. Fragen Sie ihren Akustiker gezielt nach der Vorgehensweise. Beim Test der Stiftung Warentest zeigte sich, dass einige Anbieter nicht auf diesen nötigen Service hinweisen. In sieben Fällen wurden die Käufer von Hörgeräten ohne entsprechende Hinweise verabschiedet.

Konkrete Hinweise auf die Einstellungsarbeiten gab es nur bei zwei Anbietern im Test. Auffällig: Die Qualität der Beratung und des Service schwankt von Filiale zu Filiale. Die Ergebnisse der Stiftung Warentest stehen daher immer nur für Einzelfälle und nicht für die gesamte Akustiker-Kette. Generell ist allerdings zu sagen, dass im Test ermittelt wurde, dass die Hörfähigkeit ohne Hörgerät von den Akustikern tendenziell zu niedrig eingeschätzt wird, während das Ergebnis mit Hörgerät häufig besser dargestellt wurde, als es tatsächlich war.

Hörgeräte im Test: Ergebnisse

Sieger des Tests bei der Stiftung Warentest ist Seifert mit einer Gesamtnote von 2,1. Gelobt wird insbesondere die Hörgeräteanpassung und das Hörergebnis nach der Erstanpassung. Ebenfalls mit „gut“ bewertet wurde Kind. Im Mittelfeld des Tests landete Iffland. Am Schluss des Feldes stehen Geers und Autec – vor allem wegen des schlechten Hörergebnis’ nach der Erstanpassung. Mit anderen Worten: Trotz Hörgerät hat sich bei den Betroffenen keine wesentliche Verbesserung eingestellt.

Im Einzelfall hängt dies jedoch von der jeweiligen Situation des Betroffenen ab. Patienten, die schon sehr lange schwerhörig sind, müssen es möglicherweise erst wieder lernen, zu hören und Sprache zu verstehen. In der Praxis spielt auch die Optik eine wichtige Rolle. Viele Käufer suchen Hörgeräte, die kaum oder gar nicht sichtbar sind. Die Leistung dieser Hörhilfen ist jedoch nicht immer ausreichend. Gute Akustiker müssen daher auch immer zwischen Optik und Hörergebnis abwägen und die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle transparent darstellen können.

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7 Kommentare
  1. Manfred schrieb
    am 7 Februar 2013 um 17:35

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Ich trage schon mehrere Jahre rechts ein Hörgerät von der Firma Siemens“ Cielo 2 Aktive“.Leider höre ich auf dem linken Ohr auch nicht mehr viel.
    Jetzt die Frage: Gibt es dieses Gerät noch? Wenn nein, welches kann ich dazu tragen.

    Über eine kurze Information wäre ich Ihnen dankbar.
    Mit freundlichem Gruß und vielen Dank im Voraus
    M.Kniest

  2. Frances schrieb
    am 5 März 2013 um 12:46

    Hallo,

    ob es das Siemens Cielo 2 Active noch gibt – müßte man bei genauem Bedarf in Erfahrung bringen. Es handelt sich dabei aber um ein schon älteres Modell.
    Eine neue passende Variante von Siemens wäre zum Beispiel das Pure 101xcel. Dieses Gerät hat ähnliche Eigenschaften, wie Ihr Cielo. Vorteil ist, dass die Technik wesentlich neuer ist. Hörgerätetechniken ändern sich ständig.

    Hoffe geholfen zu haben.

  3. Diana Avci schrieb
    am 26 September 2013 um 00:05

    Hallo Manfred.

    Ich denke schon, das es noch die Siemens Cielo Geräte noch gibt. Allerdings müssen Sie auch bedenken, das auch Siemens ständig seine Hörgeräte bezogen auf Leistungen und Klangverarbeitung verbessert.

    MfG
    Diana

  4. Heinz schrieb
    am 15 November 2013 um 12:26

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine ältere Bekannte von mir, benötigt ein bzw. 2 Hörgeräte. Da Sie nicht so viel Geld hat kommen nur gute aber preiswerte Geräte vielleicht in der Preislage von € 800.- bis € 1000.- in Frage . Sie hat vor allem Probleme im Hochtonbereich mit Konsonanten – t, f, s , u.a. . Können Sie mir ein gutes Produkt empfehlen und evtl. auch das Vorgehen für die Krankenkasse ( gesetzl.) beschreiben ?
    Herzlichen Dank im Vorraus .

    Viele Grüße Heinz

  5. Herr Tschernack schrieb
    am 27 November 2013 um 17:00

    Bin gerade dabei Phonak und Widex zu testen. Kann mich noch nicht so richtig entscheiden. Welches Gerät verfügt über die bessere Technik und ist auch für langjähriges Tragen geeignetund nicht Reperaturanfällig?

  6. Udo schrieb
    am 25 November 2014 um 16:51

    Hier meine Fragen: Stimmt es, dass Hörgerätehersteller nur eine Garantie von einem Jahr gewähren? Mein Hörgerät musste schon nach einem halben Jahr zur Reparatur – angeblich wegen Feuchtigkeit – das lief kostenlos. Jetzt, nicht einmal ein Jahr später, ist es schon wieder so weit und erneut soll Feuchtigkeit die Ursache sein. Und das größte daran: Ich soll 250 Euro dafür bezahlen.

    Nachfolgend beschreibe ich, wie ich meine Hörgeräte schon immer behandelt habe: Ich trage Hörgeräte seit 2001, regelmäßig, d.h. täglich von morgens bis abends, seit dem Jahr 2004. Die neuen Geräte sind meine zweiten. Die ersten (von Siemens!) haben also fast 10 Jahre ohne nennenswerte Reparaturen überstanden und ich trage sie jetzt wieder als Ersatz für das in Reparatur befindliche Gerät. Ich trage die Hörgeräte nie zu sportlichen Aktivitäten (radfahren ist meine Passion) und auch sonst nicht, wenn schweißtreibende Arbeit (z.B. im Garten) ansteht. Jeden Abend – wirklich jeden Abend – sobald ich die Geräte ablege wandern sie in meinen Dry Box, die sofort per elektrischer Aufheizung für die Beseitigung von Feuchtigkeit sorgt. Zuvor werden die Geräte und meine Höreinsätze gründlich mit einem Papier-Taschentuch gereinigt (abgewischt). Bei den Hörgeräten öffne und trockne ich immer auch den Bereich, in dem die Batterie sitzt. Diese wird natürlich zum Trocknen in der Dry Box immer entfernt und das Fach bleibt geöffnet. Ich habe die Geräte auch sonst nie versehentlich Feuchtigkeit ausgesetzt, wie z.B. Nasswerden durch Regen, beim Sprung ins Wasser (Frei- oder Hallenbad) oder beim Gang unter die Dusche. Ich gehe übrigens davon aus.

    Was mache ich also falsch, dass meine im März 2013 gekauften Hörgeräte ein halbes Jahr später (Sept. bzw. Nov. 2013) und nun erneut nach nicht einmal einem Jahr (die Probleme mit den Geräten begannen schon im Sommer) erneut die gleichen Mängel aufweisen? Feuchtigkeit ist doch das Medium, gegen das Hörgeräte besonders geschützt sein sollten! Es kann nach meiner o.g. Behandlung der Geräte doch nur so sein, dass Ihr Produkt gegenüber meinem zuvor benutzten einen völlig unzureichenden Feuchtigkeitsschutz aufweist. Ein Produkt, das mich mehr als 1300 Euro gekostet hat und meiner Krankenkasse nochmals einen erheblichen Betrag, darf bei absolut sachgemäßer Behandlung doch nicht derart mängelbehaftet sein, dass alle sechs Monate 300 oder mehr Euro Reparaturkosten anfallen – das (alte!) Konkurrenzprodukt belegt das.

    Vor diesem Hintergrund kann es doch nicht sein, dass jetzt 250 Euro für die Reparatur von mir verlangt werden (70 Euro darüber hinaus seien sogar noch Kulanz). Wenn das so weiter geht kann ich ja bis zum Ende der normalen Lebensdauer von 6 bis 8 Jahren mehrere neue Geräte erwerben. Wie kann ich mich in dieser Lage wehren? Mein (Kauf-)Vertragspartner ist ja der Hörgeräteakustiker. Der beruft sich auf die Stellungnahme des Herstellers. Kann ich die Wandlung des Kaufs verlangen?

    Udo

  7. Gertrud schrieb
    am 5 Dezember 2015 um 09:12

    Guten Tag

    Ich trage seit 4 Jahren Unitron Maxi 600 und war bisher sehr zufrieden, muss mich aber nun wohl nach Hörgeräten mit besserer Leistung umsehen. Die Akustiker in meiner Umgebung (Eupen, Belgien und Aachen) verkaufen diese Marke nicht. Welche Geräte bei Otikon, Siemens oder Phonak wären gleichwertig oder besser in der Technik? Ich habe schon versucht eine Webseite zu finden, die Geräte im Preis und Technik von verschiedenen Herstellern vergleicht.

    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Gertrud

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