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Implantierte Hörgeräte bei Kindern und Erwachsenen

In Fällen, bei denen herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichen, kommen implantierte Hörgeräte zum Einsatz. Unter diesem Begriff versteht man verschiedene Hörsysteme, die dauerhaft implantiert werden. Implantierte Hörgeräte sind im Regelfall nicht unsichtbar, da es auch hier externe Elemente gibt. Wir erläutern die unterschiedlichen Formen von implantierten Hörhilfen und klären, worauf Erwachsene und Kinder achten sollten.

Hörhilfen können nicht immer helfen, die Schwerhörigkeit zu überwinden. In manchen Fällen ergeben sich dennoch Möglichkeiten, zum Beispiel durch implantierte Hörgeräte. Wir erläutern daher in welchen Fällen implantierte Hörgeräte helfen können, welche Voraussetzungen es gibt und was man beachten sollte.

Implantierte Hörgeräte – Cochleaimplantate

Das Cochleaimplantat besteht aus verschiedenen Bauteilen. Hierbei handelt es sich um ein Mikrofon, einen digitalen Sprachprozessor und eine Sendespule mit Magnet. Hinzu kommt das eigentliche Implantat, das wiederum aus einem Magneten, einer Empfangsspule, dem Stimulator, und dem Elektrodenträger mit den Stimulationselektroden besteht. Die Stimulationselektroden werden in die Hörschnecke eingeführt. Daher hat das Cochleaimplantat seinen Namen, denn die Hörschnecke heißt auch Cochlea. Die Empfangsspule des Cochleaimplantats befindet sich unter der Haut im Bereich hinter dem Ohr, die Sendespule wird über einen Magneten an der Kopfhaut befestigt und so mit der Empfangsspule des Implantats verbunden.

Hoergeraet Implantat Kopf

Cochleaimplantate kommen dann zum Einsatz, wenn die Funktion des Innenohres, insbesondere der Haarzellen, stark geschädigt ist. In einem solchen Fall können normale Hörhilfen keinen Erfolg ermöglichen. In der Praxis werden Cochleaimplantate insbesondere bei Kindern eingesetzt. Hierbei hat sich unter Anderem in einer Studie des Dallas Cochlear Implant Program gezeigt, dass die Lebensqualität von Kindern mit Cochleaimplantat der Lebensqualität normal hörender Kinder gleichzusetzen ist. Von Kindheit an taube Erwachsene haben trotz eines implantierten Hörgeräts allerdings häufig Probleme im Sprachverstehen, weswegen vom Einsatz abgeraten wird.

Implantierte Hörgeräte – Hirnstammimplantate

Hirnstammimplantate sind eng mit Cochleaimplantaten verwandt. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass diese Form des implantierten Hörgeräts den ersten Hörkern im Hirnstamm und nicht das Innenohr stimuliert. Hierzu wird das Hirnstammimplantat in den Schädelknochen hinter der Ohrmuschel implantiert. Die Stimulationselektrode wirkt auf den ersten Hörkern. Hirnstammimplantate kommen als implantierte Hörhilfen häufig bei Erwachsenen zum Einsatz, die an Neurofibromatose Typ 2 leiden.

Bei Neurofibromatose Typ 2 handelt es sich um eine Erkrankung, die zu Tumoren am Hörnerv führt. Bei der Entfernung dieser Tumore kommt es häufig zu Schädigungen des Hörnervs, bzw. zu einer Trennung der Verbindung von Cochlea und Gehirn. Das Hirnstammimplantat stellt diese Verbindung wieder her und ermöglicht so, das Gehör zu erhalten bzw. dieses wiederherzustellen.

Implantierte Hörgeräte – Schädelknochenimplantate

Schädelknochenimplantate werden verwendet, wenn das Ohr Fehlbildungen aufweist, die die Nutzung eines normalen Hörgeräts unmöglich machen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Patienten mit chronischen Mittelohrentzündungen, bei denen keine anderen Maßnahmen Abhilfe schaffen konnten und normale Hörgeräte nicht in Frage kommen. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung eines Schädelknochenimplantats als implantiertes Hörgerät besteht in einem funktionierenden Innenohr und einem funktionierenden Hörnerv. Außerdem darf der Patient nicht unter Knochenstoffwechselerkrankungen leiden und muss bestimmte Hygieneregeln beachten.

Auf Grund der Voraussetzungen des Schädelknochenimplantats kann das implantierte Hörgerät bei Kindern erst ab einem Mindestalter von fünf Jahren eingesetzt werden. Die meisten Schädelknochenimplantate besitzen eine Schraube aus Titan, die durch die Haut mit dem Schädelknochen verbunden wird. An dieser Schraube wird ein externer Hörverstärker befestigt, der den Schall als Vibrationen über den Schädelknochen an das Felsenbein und somit das Innenohr überträgt. Bei anderen Systemen wird auf die Schraubverbindung verzichtet und es kommt stattdessen eine magnetische Verbindung zum Einsatz.

Implantierte Hörgeräte – Mittelohrimplantate

Mittelohrimplantate werden insbesondere bei Erwachsenen als implantierte Hörgeräte eingesetzt. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Hörgeräte ausscheiden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Außenohr Missbildungen aufweist oder der Patient allergische Reaktionen auf das Hörgerät zeigt. Die inneren Haarzellen müssen beim Mittelohrimplantat weitgehend intakt sein und auch die Funktion des Mittelohrs sollte der Norm entsprechen.

Gängige Mittelohrimplantate bestehen aus einem externen Signalprozessor mit Mikrofon und dem eigentlichen Implantat. Der Signalprozessor wird außen an der Schädeldecke befestigt, zum Beispiel mittels eines Magneten. Die Verbindung zum Implantat kann auf verschiedenen Wegen erfolgen – möglich sind zum Beispiel der Steigbügel, das runde Fenster oder der Amboss – so dass eine Stimulation des Hörorgans erzielt werden kann. Bei anderen Systemen werden zusätzlich auch das Mikrofon, der Audioprozessor oder weitere Teile des Systems implantiert.

High Power statt implantiertes Hörgerät

Auch bei einer sehr starken Hörschwäche werden passende Hörgeräte angeboten, die nicht implantiert werden müssen. Solche High Power oder Super Power Hörgeräte besitzen meist die Form des Hinter dem Ohr Hörgeräts. Patienten sollten sich in jedem Fall ausführlich von einem HNO-Facharzt und einem Akustiker beraten lassen. Kein implantiertes Hörgerät ist völlig risikolos und – wie bei jedem Eingriff – können bestimmte Risiken nicht vermieden werden. Eltern sollten generell auf eine frühzeitige Behandlung einer möglichen Schwerhörigkeit bei Kindern achten, um negative Folgen wie schulische Probleme oder soziale Ausgrenzung zu vermeiden. Welche Form des Hörgeräts dabei zum Einsatz kommt, spielt zunächst einmal keine Rolle.

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