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Hörgerät oder Hörverstärker – Wann braucht man was?

Neben richtigen Hörgeräten, die in Deutschland fast ausschließlich über Akustiker vertrieben werden, werden auch so genannte Hörverstärker angeboten. Diese Hörverstärker sind eine billige Alternative zum Hörgerät. Während Hörhilfen mehrere hundert oder gar tausend Euro kosten, gibt es Hörverstärker bereits für unter 20 Euro. Sind solche Billig-Lösungen empfehlenswert? Wir klären die wichtigsten Fragen zum Thema Hörverstärker.

Kaufhäuser, Internet-Shops oder Versandhäuser bieten regelmäßig so genannte Hörverstärker an. Hörverstärker sind, anders als Hörgeräte, keine medizinischen Produkte. Dadurch können sie frei gehandelt werden, während Hörgeräte fast ausschließlich über Akustiker vertrieben werden. Der wichtigste Unterschied zwischen Hörgerät und Hörverstärker ist allerdings sicherlich der Preis. Während Hörhilfen sehr teuer sind, kriegt man Hörverstärker bereits für unter 20 Euro.

Was sind Hörverstärker?

Hörverstärker ähneln vom Funktionsprinzip her einem klassischen Hörgerät. So verfügen auch Hörverstärker über eines oder ggf. auch mehrere Mikrofone, Verstärker und Lautsprecher. Teilweise sehen Hörverstärker auch fast wie Hörgeräte aus. So gibt es zum Beispiel auch Hörverstärker in der Bauform des Hinter dem Ohr Geräts. Üblicher ist allerdings eine Variante, bei der die eigentliche Technik in einem separaten Gehäuse untergebracht wird und die Verbindung zum Ohr über Kopfhörer erfolgt.

Hörverstärker

Quelle: wikipedia.org | CineAmigo | Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Solche Hörverstärker wirken optisch wie ein kleiner MP3-Player. Anders als Hörgeräte gelten Hörverstärker nicht als medizinische Produkte. Sie sind daher im Regelfall allerdings auch mehr oder weniger ungeprüft und werden ohne spezielle Zulassung verkauft. Der Preisunterschied zu richtigen Hörgeräten ist daher immens. Während ein richtiges Hörgerät beim Akustiker mehrere hundert oder gar tausend Euro kostet, werden einfache Hörverstärker bereits zu Preisen unter 20 Euro angeboten.

Was können Hörverstärker – und was nicht?

Hörverstärker verstärken in der Regel alle akustischen Signale, die das Mikrofon wahrnimmt. Verstärkt wird daher nicht nur Sprache oder Musik, sondern auch Nebengeräusche, Wind oder Rauschen. Der Hörkomfort ist bei Hörverstärkern also deutlich geringer als bei einem Hörgerät. Dennoch eignet sich der Hörverstärker grundsätzlich, um einen geringen Hörverlust für kurze Zeit auszugleichen. Beispiele hierfür sind ein Kino-Besuch oder ein Gespräch mit einer anderen Person in einer ruhigen Umgebung.

Hörverstärker sind jedoch nicht zum dauerhaften Tragen geeignet. Alleine schon wegen des geringen Hörkomforts wird niemand einen Hörverstärker dauerhaft tragen wollen. Menschen, die glauben unter einer Hörschwäche zu leiden, sollten daher in jedem Fall einen HNO-Facharzt aufsuchen bzw. einen Hörtest beim Akustiker durchführen. Nicht vergessen sollte man, dass bei allen Akustikern zuzahlungsfreie Hörgeräte erhältlich sind, die komplett von den Krankenkassen bezahlt werden, wenn eine entsprechende medizinische Indikation vorliegt.

Hörverstärker im Test – was sagen Experten?

Die Stiftung Warentest hat sich in der Ausgabe 8/2002 mit Hörverstärkern auseinandergesetzt und dabei günstige Modelle in der Preisklasse unter 20 Euro getestet. Das Urteil fiel gemischt aus. So wurde die Handhabung von den meisten Testern zwar als gut eingestuft, der Hörkomfort jedoch als mangelhaft. Das Hören und Verstehen an sich wurde je nach Tester von gut bis mangelhaft bewertet. Die Akzeptanz der getesteten Hörverstärker war daher ähnlich variabel. Im Zweifelsfall kommt es also auf einen persönlichen Test an, der auf Grund des geringen Preises jedoch als relativ risikolos einzustufen ist.

In einer Untersuchung von US-amerikanischen Forschern schnitten Hörverstärker dagegen schlecht ab. Bei einigen Hörverstärken bestand sogar die Gefahr, dass ein von den Geräten selbst produzierter Ton zu einer Schädigung des Gehörs führen kann. Abseits von dieser potenziellen Gefahr wurden Hörverstärker kritisiert, weil hohe Frequenzen meist kaum verstärkt werden konnten, was sich negativ auf das Sprachverstehen auswirkt. Die Forscher von der Michigan State Universität kritisierten in der Veröffentlichung im Amarican Journal of Audiology weiterhin, dass Käufer die Hörverstärker selbst einstellen müssen – eigentlich eine Aufgabe für einen Akustiker.

Hörgeräte als Alternative zum Hörverstärker

Richtige Hörhilfen sind die beste Alternative zum billigen Hörverstärker. Bei entsprechender Kassenleistung kann man Hörgeräte sogar zuzahlungsfrei und kostenlos erhalten. Somit sind Hörgeräte nicht unbedingt teurer als Hörverstärker. Eine der gängigsten Bauformen ist das Hinter dem Ohr Hörgerät. Dabei sitzt die wesentliche Technik des Hörgeräts innerhalb eines Gehäuses, das hinter dem Ohr sitzt. Zum Ohr führt von dort ein dünner Schallschlauch, der in einer Otoplastik (Ohrpassstück) mündet. Diese Otoplastik wird an Hand eines Ohrabdrucks auf Maß gefertigt, was für einen angenehmen Tragekomfort sorgt. Bei leichteren Formen von Schwerhörigkeit wird in der Regel eine offene Versorgung gewählt. Dabei bleibt der Gehörgang weitestgehend offen, was ein angenehmes Hörgefühl ermöglicht.

Kompakter und kleiner als Hinter dem Ohr Hörgeräte sind Hörhilfen in der Bauform des Im Ohr Hörgeräts. Dabei sitzt das komplette Hörgerät im Ohr, was die Optik besonders dezent macht. Durch die allgemeine Weiterentwicklung und die Digitalisierung wurde es in den vergangenen Jahren möglich, Hörgeräte immer kleiner zu gestalten. So werden heutzutage auch Im Ohr Hörhilfen angeboten, die komplett in den Gehörgang eingeführt werden und daher von außen fast gar nicht mehr sichtbar sind. Solche ausgefeilten Lösungen gibt es im Bereich der Hörverstärker natürlich nicht.

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3 Kommentare
  1. Wolfgang schrieb
    am 12 April 2013 um 14:03

    Ich habe Hinter-dem-Ohr-Geräte, mit denen ich „eigentlich“ gut hören kann. Mein Problem: Telefonieren kann ich mit den Geräten nicht gut, da ich dann den Telefonpartner kaum verstehe (viel zu leise).
    Gibt es Ergänzungen/Alternativen?
    Danke im voraus für Beratung.
    Wolfgang

  2. S. Schwarz schrieb
    am 11 Oktober 2013 um 15:56

    Guten Tag,

    welche erschwinglichen und trotzdem hilfreichen Hörgeräte oder auch Hörverstärker sind als Zweitgerät zu empfehlen.
    Ich betreue als Fachkraft für betr. Gesundheitsmanagement und Krankenschwester Arbeitnehmer, die schwerhörig sind, ihre „wertvollen“ Hörgeräte aber nicht mit zur Arbeit nehmen möchten. Dadurch sind diese AN aber in ihrem sozialen Arbeitsumfeld extrem isoliert, da sie nicht an Gesprächen teilnehmen können.

    Mit bestem Dank für Ihre Hilfe

    S. Schwarz

  3. FrankK schrieb
    am 29 Mai 2014 um 11:24

    Ich betreue einen Mann (102), der geistig noch recht fit ist. Leider hört er sehr schlecht. Er besitzt ein Hinterohr-Hörgerät, mit dem er nicht zurecht kommt und das er ablehnt. Mehrmals ist es schon durch unachtsamen Umgang kaputt gegangen. Er kann auch mit seinen Hände/Fingern keine feinmotorischen Tätigkeiten mehr ausführen.
    Welche Alternativen gibt es noch? Das Gerät sollte nicht zu klein und leicht bedienbar sein.
    Mit freundlichen Grüßen
    FrankK

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