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Schwerhörigkeit bei Jägern: Wie entsteht ein Gehörschaden bei der Jagd?

Das Bild von Jägern, die schweigend in einem Unterstand sitzen und sehr vorsichtig sind, um übermäßigen Lärm zu vermeiden, ist zwar bis zu einem gewissen Punkt richtig, erzählt aber aber nur die halbe Geschichte. Die Kehrseite dieser langen Perioden der Ruhe ist der kurze und gefährliche Lärm von Schüssen, der langfristig eine Schwerhörigkeit verursacht.

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Eine an der Universität von Wisconsin durchgeführte Studie zeigt, wie weit verbreitet Schwerhörigkeit unter Jägern ist und welche Gründe dafür verantwortlich sind. Die Studie ergab, dass Männer, die regelmäßig jagen, viel häufiger an hochfrequentem Hörverlust erkranken und dass das Risiko einer Schwerhörigkeit alle 5 Jahre, die ein Mann auf der Jagd ist, um weitere 7% steigt. Am aufschlussreichsten ist jedoch die folgende Tatsache. Von 3.753 Studienteilnehmern gaben 38% der Sportschützen und 95% der Jäger an, im Vorjahr überhaupt keinen Gehörschutz getragen zu haben.

Jäger im WaldFoto: © mila-del-monte / Pixabay

Ein Schuss reicht von 140 Dezibel bis 190 Dezibel, was ausreicht, um unmittelbare Schäden am Gehör zu verursachen. Und es sind nicht nur Schüsse. Auch das Pfeifen und Quaken von lauten Wildrufen kann Gehörschäden verursachen. Jäger, die keinen Gehörschutz tragen, machen das aus Gründen, die für die Jagd relevant sind. Sie möchten nicht, das der Gehörschutz das Lauschen auf Beute stört. Sie sind der Meinung, dass Ohrenschützer oder Ohrstöpsel die Geräusche verhindert, die sie eigentlich hören wollen, wie zum Beispiel das Rascheln eines Rehs oder den Flügelschlag einer Ente. Mit anderen Worten: Sie tragen keinen Gehörschutz, weil sie Angst haben, etwas Wichtiges zu verpassen. Noise-Canceling Kopfhörer wären hier eine Alternative, da sie nur laute Geräusche blockieren.

Es ist wichtig, sich genau anzuschauen, wie eine Jagd zu Schwerhörigkeit führt und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse dahinter stehen. Lärmbedingter Hörverlust ist die häufigste Form von Schwerhörigkeit. Sie tritt auf, wenn die empfindlichen Haarzellen im Innenohr, die für die Übertragung von Schallwellen an das Gehirn verantwortlich sind, durch lauten Lärm geschädigt werden. Die schlechte Nachricht ist, dass diese Sinneszellen bei einer Schädigung absterben und sich nicht regenerieren. Der Schaden kann sich sofort bemerkbar machen oder sich auch in Form von Tinnitus und Ohrgeräuschen manifestieren. Manchmal entsteht der Eindruck nur gedämpft oder dumpf hören zu können. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass sich der Hörschaden im Verlauf der Zeit in einer langsamen, aber irreversiblen Progression ausbreitet und vergrößert.

Jäger HochstandFoto: © Zsolt Biczo / Shutterstock

Bei einer Schwerhörigkeit, die durch die Jagd entsteht, spielen eine Reihe von Faktoren eine wichtige Rolle. Viele Jäger stellen zum Beispiel fest, dass ihr Hörverlust asymmetrisch ist, d.h. er ist auf einem Ohr schlimmer als auf dem anderen. Dies ist auf ein Phänomen zurückzuführen, das als akustischer Schatten bezeichnet wird. Ein rechtshändiger Schütze schultert das Gewehr auf der rechten Seite, wobei er das rechte Ohr in die Schulter drückt und das linke Ohr näher am Gewehrlauf hat. Das bedeutet, dass rechtshändige Schützen einen stärkeren Hörverlust im linken Ohr haben, weil sich das rechte Ohr im „akustischen Schatten“ des Kopfes befindet.

Andere Faktoren, die das Ausmaß der Schwerhörigkeit bei Jägern beeinflussen, sind Lauflänge, Geschossgeschwindigkeit, Patronenintensität und das Vorhandensein (oder Fehlen) einer Mündungsbremse. Eine Mündungsbremse, ist ein am Lauf der Waffe befestigtes Ausrüstungsteil, das dazu dient, die Treibgase umzulenken, um Rückstößen und einem Mündungsanstieg entgegenzuwirken. Leider bedeutet diese Umlenkung, dass der Lärm dieser Treibgase nun seitwärts oder rückwärts in Richtung des Schützen gelenkt wird, was das Geräusch eines Schusses um bis zu 11 Dezibel verstärkt.

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Mehr dazu Lesen: Schützenverein: Schwerhörigkeit durch Schießen mit Handfeuerwaffen

Ungeachtet der Ausrüstung ist Gehörschutz während der Jagd eine absolute Notwendigkeit. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Optionen. Es existieren im Wesentlichen zwei Arten von Gehörschutz (passiver und aktiver), und es ist eine Frage der Präferenz, welche Art von Gehörschutz man wählt.

Die erste ist passiver Gehörschutz, wie zum Beispiel Ohrenstöpsel oder Ohrenschützer. Diese wirken, indem sie den Lärm dämpfen und den Dezibelpegel, der die Innenohren erreicht, reduzieren. Bei Lärm, der 105 dB überschreitet, wie z.B. Schüsse, ist das gemeinsame Tragen von Ohrenschützern und Ohrenstöpseln die beste Wahl. Sowohl Ohrenschützer als auch Ohrstöpsel werden mit konkreten Angaben zur Lärmreduzierung verkauft. Je höher diese sind desto besser. Einige Jägern stören sich jedoch daran, dass passiver Gehörschutz nicht nur Schüsse dämpft, sondern auch Geräusche, die sie hören wollen, wie z.B. Gespräche mit anderen Jägern oder die Geräusche von sich annähernden Tieren.

Jäger JagdgewehrFoto: © Scharfsinn / Shutterstock

Die Alternative ist der aktive Gehörschutz, auch als elektronischer Gehörschutz bekannt, der Jägern das Beste aus beiden Welten bietet. Wie funktioniert ein Active-Noise-Cancelling (ANC) Gehörschutz? Durch einen als destruktive Interferenz bezeichneten Prozess, wird einer ankommenden Schallwelle eine inverse Schallwelle entgegensetzt, die von den Kopfhörern erzeugt wird. Dadurch wird der schädliche Lärm gedämpft. Dieser High-Tech Gehörschutz ist in verschiedenen Preissegmenten erhältlich. Er hat den Vorteil, dass er Umweltgeräusche und Sprachlaute verstärken und gleichzeitig die gefährlichen, hohen Dezibel-Geräusche verringern kann.

Wir haben zum Beispiel einen Hörverstärker für 270 Euro auf Amazon.de gefunden, der alle Geräusche über 85 Dezibel blockiert, aber normale Geräusche verstärkt. Die eingebauten Mikrofone in diesem Gerät ermöglichen es Jägern sogar, die Richtung zu bestimmen, aus der ein Geräusch kommt. Da wir an dieser Stelle keine Werbung für konkrete Produkte und Hersteller machen, verzichten wir auf die Nennung des Produktnamen. Wir haben das Beispiel hier angeführt, um Ihnen eine Vorstellung zu vermitteln, was ein High-Tech-Gehörschutz kosten kann. 270 Euro sind aus unserer Sicht ziemlich günstig, um eine Schwerhörigkeit zu vermeiden.

Es steht außer Frage, dass es zum Jagdvergnügen gehört, Zeit im Freien zu verbringen und die verschiedenen Geräusche der Natur zu hören. Die gute Nachricht ist, dass Sie, wenn Sie Ihr Gehör jetzt schützen, diese Geräusche noch jahrelang genießen werden.

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