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Hörverlust erkennen mit Online Hörtests

Meistens treten Veränderung des Hörvermögens als schleichender Prozess auf. Man hört nicht plötzlich schlechter, sondern gewöhnt sich langsam an die neue Situation. Den Hörverlust erkennen zu können, ist daher nicht immer einfach. Ein Online Hörtest kann als erste Informationsquelle zur Überprüfung des tatsächlichen Hörvermögens genutzt werden.

Die Bedeutung des Gehörs und die Wichtigkeit des Hörens wird oftmals unterschätzt und zu häufig als selbstverständlich angesehen. Das soziale Leben kann durch eine Schwerhörigkeit schnell eingeschränkt werden und somit erhebliche Folgen in Bezug auf die eigene Lebensqualität haben.

Hörverlust erkennen

Noch immer werden Hörprobleme häufig mit älteren Menschen in Verbindung gebracht, doch laut dem Deutschen Schwerhörigenbund ist diese Problematik mittlerweile in nahezu allen Altersgruppen zu finden. Der Hörverlust kann verschiedene Ursachen haben, so zum Beispiel lang andauerende Schalleinwirkungen auf das Ohr, eine Vergiftung oder Infektionskrankheiten, sowie eine genetische Veranlagung. Daher gilt es die sogenannte Hörminderung möglichst früh zu erkennen, um so einem Hörverlust vorbeugen zu können.

Die verschiedenen Arten von Schwerhörigkeit und Hörverlust

Heutzutage sind den Fachärzten vier verschiedene Arten der Schwerhörigkeit bekannt, die zu einem kompletten Hörverlust führen können:

Schallleitungsschwerhörigkeit: Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit handelt es sich um einen leichten bis mittleren Hörverlust, der sich oftmals im Bereich zwischen 25 und 65 Dezibel bewegt. Diese Form bezeichnet vor allem die Probleme mit der korrekten Schallweiterleitung im Mittel- und Außenohr.

Schallempfindungsschwerhörigkeit: Die Schallempfindungsschwerhörigkeit entsteht durch beschädigte oder auch fehlende Haar- beziehungsweise Sinneszellen in der Cochlea (die sogenannte Hörschnecke im Innenohr). Oftmals hängt diese Form der Schwerhörigkeit mit Verständnisproblemen im Hochtonbereich zusammen. Die möglichen Behandlungsmethoden: bei frühzeitiger Erkennung hilft oftmals ein einfaches Hörgerät oder ein Mittelohr-Implantat. Bei hochgradiger Schwerhörigkeit empfehlen die Ärzte hingegen das Einsetzen eines Cochlea-Implantates.

Neuraler Hörverlust: Der neurale Hörverlust tritt meist dann auf, wenn der Hörnerv beschädigt wurde. In diesem Fall handelt es sich um einen schwerwiegenden und oftmals dauerhaften Verlust des Hörvermögens. Da die Schallinformationen nicht mehr weitergegeben werden können, hilft hier auch kein Hörgerät oder Implantat. Allerdings kann vielen Betroffenen mit einem Hirnstammimplantat (auch Auditory Brainstem Implant genannt, kurz ABI) geholfen werden.

Kombinierte Schwerhörigkeit: Im Falle einer kombinierten Schwerhörigkeit liegt neben der Schallempfindungs- zudem auch eine gleichzeitige Schallleitungsschwerhörigkeit vor. Die genauen Ursachen dafür sind zum aktuellen Zeitpunkt noch unbekannt, hängen jedoch mit Mittel- und Außenohr-Problemen zusammen. Neben einer medikamentösen Behandlung können auch Mittelohr-Hörimplantate oder zum Teil sogar einfache Hörgeräte Abhilfe schaffen.

Kostenlosen Online-Hörtest durchführen

Immer mehr Menschen leiden unter einem Hörverlust – und viele wissen es noch nicht einmal. Dabei können Hörtests nicht nur beim HNO-Arzt und beim Akustiker durchgeführt werden. Einfache Hörtests werden auch online angeboten und können daher komfortabel von Zuhause durchgeführt werden.

Solche Online Hörtests dienen in erster Linie als Quelle einer ersten Information zum tatsächlichen Hörvermögen. Der Online Hörtest kann und soll den professionellen Hörtest beim Arzt oder Akustiker also nicht ersetzen, es handelt sich vielmehr um eine einfach und kostenlos anzuwendende Zusatzmöglichkeit.

Der Online Hörtest kann helfen, frühzeitig einen schleichenden Hörverlust erkennen zu können. In den meisten Fällen tritt der Hörverlust nämlich nicht plötzlich auf. Stattdessen verändert sich das Hörvermögen schleichend. Wie stark der Hörverlust tatsächlich ist, lässt sich auf Grund des langsamen Prozesses ohne einen Hörtest kaum beurteilen. Den Hörverlust erkennen und einschätzen zu können, wird auch dadurch erschwert, dass häufig nur bestimmte Frequenzen betroffen sind. An Hand von Alltagssituationen kann man das Ausmaß des Hörverlusts daher nicht immer korrekt erkennen.

Online Hörtests werden auf den Webseiten vieler Hörgeräte-Hersteller und Akustiker angeboten. Einen unabhängigen – und natürlich kostenlosen – Hörtest gibt es unter Anderem auch bei auricilla.de oder audibene.de. Menschen, die glauben unter einem Hörverlust zu leiden, sollten in jedem Fall einen Hörtest durchführen und zusätzlich einen Facharzt aufsuchen, der das genaue Ausmaß des Hörverlusts erkennen kann. Auf Basis einer differenzierten Diagnose kann dann die passende Versorgung mit einem Hörgerät ausgewählt werden.

Der Hörverlust ist oftmals ein schleichender Prozess

Die Hörminderung beziehungsweise der Hörverlust verläuft in einem schleichenden Prozess. In vielen Fällen berichten die Betroffenen davon, dass sie zuerst die Töne in den hohen Frequenzbereichen nicht mehr wahrnehmen können. Erst nach und nach verringert sich dann das gesamte Hörspektrum. Konkrete Zeitangaben lassen sich jedoch nicht machen, da dieser schleichende Prozess von Person zu Person unterschiedlich lang ausfallen kann.

Hörkurve bei Hörverlust

© Copyright by audibene.de

Desweiteren hängt der Hörverlust auch mit der Fähigkeit des Gehirns zur Unterscheidung der verschiedenen Frequenzen zusammen. Das Gehirn „gewöhnt“ sich also quasi daran, dass immer weniger Frequenzbereich erkannt werden können. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass man eine Untersuchung und die darauffolgende Behandlung möglichst frühzeitig beginnt. Doch woran erkennt man den drohenden Hörverlust und was sind die konkreten Anzeichen für eine beginnende Hörminderung?

Mögliche Anzeichen für einen Hörverlust

Die Folgen eines Hörverlustes können sehr unterschiedlich sein. Im schlimmsten Fall zieht sich der Betroffene sozial zurück und bleibt mit seinem Problem allein. Da viele Menschen Angst vor der Diagnose Hörverlust haben und dementsprechend keinen Facharzt aufsuchen, kann eine unbehandelte Schwerhörigkeit nach einiger Zeit auch zu psychischen Problemen führen. Aus einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus geht hervor, dass sich die Betroffenen oft müde, lustlos und trotzdem gestresst fühlen. Hinzu kommen ständige Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schwindelgefühle und zum Teil sogar Übelkeit und Magenprobleme.

  • Viele Betroffene berichten davon, dass sie anfangs zunehmend Probleme damit hatten, einem Gespräch folgen zu können, bei denen mehr als zwei Personen beteiligt waren.
  • Die Stimmen der Gesprächspartner klingen „gedämpft“ und einzelne Worte oder kleine Wortgruppen können nur als „Nuscheln“ wahrgenommen werden.
  • Es wird zunehmend schwieriger Kinder und Frauen zu verstehen, da deren Frequenzbereiche deutlich höher liegen als die der Männer.
  • Gruppengespräche oder Gespräche in einem lauten Umfeld werden als anstrengend empfunden.
  • Man muss seine Gesprächspartner immer häufiger darum bitten das Gesagte zu wiederholen. Vorsicht: für immer mehr Menschen ist dieser Umstand mittlerweile normal geworden – allerdings sollte man dieses Problem keinesfalls unterschätzen.
  • Ein oder mehrere Familienmitglieder leiden oder litten bereits an einem Hörverlust oder einer Schwerhörigkeit.
  • Das Fernsehen oder Radio hören wird zunehmend schwieriger, sodass man die Lautstärke deutlich erhöhen muss.
  • Hohe Frequenzen, wie beispielsweise das Singen der Vögel oder das Zirpen der Grillen, sind nur noch mit viel Konzentration zu hören.
  • Man hat immer wieder, meist in unregelmäßigen Abständen, ein „Klingeln“ oder „Rauschen“ im Ohr.

Schwerhörigkeit ist für viele Menschen leider noch immer eine Art Tabuthema und den meisten Betroffenen schlicht und ergreifend peinlich. Doch diese Haltung kann schnell dazu führen, dass man immer mehr soziale Kontakte verliert, wodurch verständlicherweise auch das eigene Selbstwertgefühl leidet. Es ist also entscheidend einen drohenden Hörverlust frühzeitig zu erkennen, um so einer endgültigen Schwerhörigkeit vorbeugen zu können.

Den Hörverlust erkennen und behandeln

Wem auch nur eines der oben genannten Anzeichen bekannt ist, der sollte sich am besten so schnell wie möglich Klarheit verschaffen, um dem Verlust der Hörfähigkeit entgegenzuwirken. Neben dem Deutschen Schwerhörigenbund empfehlen auch viele andere Experten zuerst den Gang zum Hals-Nasen-Ohren Arzt (kurz HNO) beziehungsweise zu einem Hörgeräteakustiker, um dort einen ersten Hörtest durchzuführen. Dieser Test ist kostenlos und kann dazu genutzt werden, um herauszufinden, ob tatsächlich ein Hörverlust droht.

Wenn ein Hörtest bereits im Anfangsstadium des drohenden Verlustes der Hörfähigkeit durchgeführt wird, können notwendige Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die einzelnen Schritte sollte man sich ausführlich und in Ruhe von einem HNO-Arzt oder einem Hörgeräteakustiker erklären lassen. Wer sich unsicher ist oder Angst hat wichtige Informationen nicht mitzubekommen, der sollte eine Vertrauensperson mitnehmen. So ist sichergestellt, dass alles richtig verstanden wird. Darüber hinaus kann es nicht schaden, sich eine zweite Meinung einzuholen.

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