Alles Wissenswerte über Hörgeräte im Überblick
Menü

Wie lange dauert die Gewöhnungsphase bei einem neuen Hörgerät?

Hörhilfen müssen individuell an das Gehör ihres Trägers angepasst werden. Dies ist ein langwieriger Prozess, der entscheidenden Einfluss darauf hat, ob das Hörgerät erfolgreich arbeitet. Beim Träger einer Hörhilfe ist dabei Geduld gefragt, denn die Gewöhnung dauert einige Zeit. Während dieser Zeit können unter Umständen Veränderungen am Hörgerät nötig sein.

Wenn eine Schwerhörigkeit festgestellt wird, ist das Audiogramm ein wichtiges Werkzeug für HNO-Fachärzte und Akustiker. An Hand dieses Audiogramms können passende Hörgeräte ausgewählt und eine erste Grundeinstellung vorgenommen werden. Die endgültige Einstellung der Hörhilfe erfolgt allerdings erst in einem anschließenden Anpassungsprozess. Diese Phase ist sehr wichtig, denn ohne eine korrekte Anpassung, wird die Gewöhnung an das neue Gerät wesentlich erschwert.

Hörgerät: Von der Audiometrie zum Audiogramm

Die Schwere und die Art des Hörverlusts werden durch einen HNO-Facharzt im Rahmen einer Gehörprüfung festgestellt. Diese Überprüfung wird auch als Audiometrie bezeichnet. Sie ist ein wichtiger Indikator, der für die Minderung der Hörfähigkeit steht. Die Versorgung mit einer Hörhilfe soll diese Minderung ausgleichen. Verantwortlich hierfür sind meist Akustiker. Diese stellen in einem Audiogramm fest, welche Hörleistung ohne Hörgerät, und welche Hörleistung mit Hörhilfe erreicht werden kann.

Gewöhnung

© Copyright by kind.com | Pressebild

Das Audiogramm wird genutzt, um passende Hörgeräte auszuwählen und insbesondere auch, um die Hörhilfe korrekt einzustellen. Neben den Messdaten werden hierzu natürlich auch subjektive Eindrücke berücksichtigt, die wesentlich zum Erfolg der Eingewöhnung beitragen. Ein weiteres wichtiges Werkzeug ist die so genannte In Situ Messung, bei der direkt innerhalb des Gehörgangs gemessen wird. Besonders bei der Verwendung von Ohrpassstücken (Otoplastiken), ist nur auf diesem Weg eine eindeutige Messung möglich.

Hörgerät Gewöhnung: Von der Auslieferung zur perfekten Anpassung

Wenn Hörhilfen ausgeliefert werden, besitzen diese allenfalls eine Grundeinstellung, mit der sie nicht genutzt werden können. Stattdessen müssen Akustiker jedes Hörgerät individuell anpassen, um eine perfekte Anpassung zu erreichen. Während dieser Zeit der Gewöhnung sind immer wieder kleine Änderungen nötig. Man kann also nicht erwarten, dass man ein Hörgerät unmittelbar nach dem Kauf bereits zufrieden nutzen kann. Stattdessen sollte man zu Beginn eine Reihe von Terminen einplanen, um die Hörhilfe anpassen zu lassen.

Die Kosten der Anpassung sind in den Kosten des Hörgeräts bereits enthalten. Teure Folgekosten, weil eine Hörhilfe mehrfach angepasst werden muss, sind also nicht zu erwarten. Weil es sich um einen längeren Prozess handelt, der während der Zeit der Gewöhnung stattfindet, sollte man in jedem Fall aber einen Akustiker wählen, der gut und bequem zu erreichen ist. Außerdem ist währen der Gewöhnung natürlich Geduld gefragt, wenn nicht jede Anpassung unmittelbar zum gewünschten Endresultat führt.

Wie lange dauert die Gewöhnung an eine Hörhilfe?

Eine pauschale Aussage zur Dauer der Eingewöhnung ist unmöglich. Zu viele Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle. In jedem Fall sollte man aber davon ausgehen, dass mindestens mehrere Wochen benötigt werden, bis die Hörhilfe optimal eingestellt ist. In dieser Zeit sollte man geduldig sein und konstruktiv mit dem Akustiker zusammenarbeiten. Niemals sollte zu früh aufgegeben werden. Gerade bei Personen, die bereits über einen sehr langen Zeitraum unter einer erheblichen Hörschwäche gelitten haben, benötigen länger für die Eingewöhnung.

Es kommt dabei durchaus vor, dass bis zu ein Jahr vergehen kann, ehe sich Zufriedenheit mit dem neuen Hörgerät einstellt. Dies ist unter Anderem auch häufig bei Personen der Fall, die zum ersten Mal eine Hörhilfe tragen. Die Erwartungen sind dann meist hoch, die Gewöhnung jedoch schwierig. Gerade hohe Töne klingen zu Beginn unnatürlich und unangenehm. Deswegen sollte jedoch niemand das Hörgerät zur Seite legen. Die Gewöhnung gelingt nur, wenn die Hörhilfe regelmäßig und möglichst lange getragen wird.

Während der Gewöhnung: Schwierigkeiten mit dem Ohrpassstück

Viele Menschen, die zum ersten Mal ein Hörgerät tragen, haben Schwierigkeiten sich an das Tragegefühl zu gewöhnen. Besonders bei Hörgeräten, die über ein Ohrpassstück verfügen, ist dies der Fall. Das Ohrpassstück muss absolut perfekt sitzen. Im ersten Anlauf gelingt dies, obwohl Ohrpassstücke an Hand eines Ohrabdrucks nach Maß gefertigt werden, nicht immer. Wenn der Sitz des Ohrpassstücks noch nicht perfekt ist, kann es zum Beispiel zu einem so genannten Okklusionseffekt kommen. Hierbei handelt es sich um einen Verschlusseffekt, der Körperschall verstärkt und insbesondere die eigene Stimme unnatürlich wirken lässt.

Eine Maßnahme gegen den Okklusionseffekt sind Belüftungsbohrungen im Ohrpassstück, die eine Luftzirkulation ermöglichen. In der Zeit der Gewöhnung kann es vorkommen, dass diese Belüftungsbohrungen angepasst oder verändert werden müssen. Dennoch gilt: Obwohl der Okklusionseffekt unerwünscht ist, darf das Ohrpassstück keinesfalls zu locker sitzen. Ist dies der Fall, so können zum Beispiel unangenehme Rückkopplungen (Pfeif-Töne) auftreten. Auch in einem solchen Fall können Anpassungen am Ohrpassstück nötig sein. Bei Hörhilfen mit offener Versorgung treten diese Probleme mit den Ohrpassstücken eher nicht auf.

Für das Ohr ist das Hörgerät bzw. das Ohrpassstück zunächst ein Fremdkörper. Es kann in Einzelfällen zu Reaktionen hierauf kommen. Rötungen können daher auftreten und auch allergische Reaktionen sind nicht völlig ausgeschlossen. Teilweise hilft dann nur ein neues Ohrpassstück, um doch noch einen Erfolg in der Gewöhnung zu erreichen. Schlussendlich zeigen aber viele Statistiken eindrucksvoll, dass die Mehrzahl der Menschen nach der Phase der Gewöhnung sehr zufrieden mit dem Ergebnis sind. Die Geduld wird also durchaus belohnt.

Hörgeräte BeratungSchnell, kostenlos & unverbindlich.
Für wen suchen Sie ein Hörgerät?
Wurde schon einmal ein Hörtest durchgeführt?
Trägt die betreffende Person bereits ein Hörgerät?
Wann streben Sie eine Verbesserung an?
In welchen Situationen soll das Hören verbessert werden?
Wie wichtig ist Ihnen ein unauffälliges Design?

nicht wichtigsehr wichtig

Sind Sie gesetzlich oder privat versichert?
Leiden Sie unter Tinnitus?
Ihre
Postleitzahl
Für die Suche nach Akustikern in Ihrer Region


Weitere interessante Beiträge
HörgerätakustikerHörgerät im Ohrimplantierte hörhilfeStiftung WarentestBunte HörhilfenHörverstärker
2 Kommentare
  1. Tom schrieb
    am 6 August 2013 um 12:57

    Ich habe angepaßte Hörstücke für mein Hörgerät. Das rechte Ohrstück rutscht immer wieder aus dem Ohr und sitzt nicht fest genug. Meine Gehörakustikerin meint, mein Gehörgang sei zu gerade. Gibt es das? Ich glaube, daß das Ohrstück zu groß ist und nicht weit genug im Ohr sitzt.

    Tom

  2. Henning schrieb
    am 8 August 2013 um 20:51

    Stimmt es, dass die gesetzlichen Zuzahlungen der Krankenkassen für Hörgeräte sich ab November 2013 massiv erhöhen?
    Wenn es stimmt, wie hoch wären dann die Zuzahlungen und was kann ich machen, wenn ich gerade diesen Monat ein Hörgerät zur Probe erhalten habe, das dazu gehörige Kostenangebot aber auf die jetzigen Daten der Krankenkassenzuzahlung abgestimmt ist?

Haben Sie eine Frage?

Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Kommentare
  • Haben Sie Fragen?

    Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Fragen rundum das Thema Hörgeräte durch eine kostenlose Beratung

    Close