Fünf Verfahren, die sich ergänzen: von der klassischen Tonschwelle über das Sprachverstehen im Störgeräusch bis zum Selbsteinschätzungs-Fragebogen. Nutzen Sie Kopfhörer und eine ruhige Umgebung.
Der Reinton-Test bildet eine aufsteigende Tonschwellenmessung nach: Der Ton startet unterhalb der Hörschwelle und wird langsam lauter. Klicken Sie sofort auf „Ich höre den Ton“, sobald Sie ihn wahrnehmen.
Spielen Sie den Referenzton ab und stellen Sie die Systemlautstärke so ein, dass er angenehm und klar hörbar ist (Details unter „Häufige Fragen“ ). Lassen Sie die Lautstärke danach unverändert.
Ton wird vorbereitet.
Warten Sie auf den Testton.
Sie hören Zahlen vor einem Hintergrundrauschen. Bei einer richtigen Antwort wird das Rauschen lauter, bei einer falschen Antwort leiser. So ermittelt der Test den Störpegel, ab dem Sie die Zahlen nicht mehr zuverlässig verstehen.
Spielen Sie den Referenzton ab und stellen Sie die Systemlautstärke so ein, dass er angenehm und klar hörbar ist (Details unter „Häufige Fragen“ ). Lassen Sie die Lautstärke danach unverändert.
Hören Sie genau hin.
Im Hintergrund hören Sie ein gleichmäßiges Rauschen. Gleichzeitig wird ein Ton langsam lauter. Klicken Sie sofort auf „Ich höre den Ton“, sobald Sie den Ton erstmals aus dem Rauschen heraushören.
Spielen Sie den Referenzton ab und stellen Sie die Systemlautstärke so ein, dass er angenehm und klar hörbar ist (Details unter „Häufige Fragen“ ). Lassen Sie die Lautstärke danach unverändert.
Ton wird vorbereitet.
Achten Sie auf den Ton im Rauschen.
Sie hören einzelne Wörter, die schrittweise leiser werden. Geben Sie jeweils das Wort ein, das Sie verstanden haben. Der Test ermittelt den niedrigsten Pegel, bei dem Sie Wörter noch verstehen können.
Spielen Sie den Referenzton ab und stellen Sie die Systemlautstärke so ein, dass er angenehm und klar hörbar ist (Details unter „Häufige Fragen“ ). Lassen Sie die Lautstärke danach unverändert.
Hören Sie genau hin.
Dieser Fragebogen basiert auf dem Hearing Handicap Inventory for the Elderly (HHIE-S), ergänzt um weitere Alltagsfragen. Beantworten Sie bitte jede Frage ehrlich.
1. Führen Ihre Hörprobleme dazu, dass Sie sich beim Kennenlernen neuer Menschen unwohl oder verlegen fühlen?
2. Fällt es Ihnen schwer, Gespräche in geräuschvoller Umgebung (z. B. Restaurant) zu verstehen?
3. Führen Ihre Hörprobleme zu Frustration bei Gesprächen mit Familienmitgliedern?
4. Müssen Sie Fernseher oder Radio lauter stellen als andere Personen im Raum?
5. Haben Sie Schwierigkeiten, Flüstern zu verstehen?
6. Bitten Sie Gesprächspartner häufig, das Gesagte zu wiederholen?
7. Fühlen Sie sich durch Ihre Hörprobleme beeinträchtigt?
8. Überhören Sie manchmal das Klingeln an der Tür oder das Telefon?
9. Führen Ihre Hörprobleme zu Schwierigkeiten bei Besuchen von Freunden, Verwandten oder Nachbarn?
10. Fällt es Ihnen schwer, hohe Stimmen (Frauen, Kinder) zu verstehen?
11. Führen Ihre Hörprobleme dazu, dass Sie seltener Veranstaltungen besuchen, als Sie möchten?
12. Strengt Sie das Zuhören in größeren Runden oder bei Familienfeiern an?
13. Führen Ihre Hörprobleme zu Streitigkeiten mit Familienmitgliedern?
14. Verstehen Sie am Telefon schlechter als im direkten Gespräch?
15. Haben Sie Schwierigkeiten, Fernsehen oder Radio zu verstehen?
16. Wurde Ihnen von anderen Personen gesagt, dass Sie schlecht hören?
17. Haben Sie das Gefühl, dass Hörprobleme Ihr persönliches oder soziales Leben einschränken?
18. Haben Sie Schwierigkeiten, in Restaurants Gesprächen mit Freunden oder Verwandten zu folgen?
19. Haben Sie häufig das Gefühl, dass andere Menschen nuscheln?
Hören Sie selbst bei hoher Lautstärke nichts oder kaum etwas, ist das bereits ein wichtiger Hinweis – bitte lassen Sie Ihr Gehör fachlich prüfen.
Die Reintonaudiometrie ist das audiologische Standardverfahren zur Bestimmung der Hörschwelle – also der leisesten Lautstärke, die Sie bei einer bestimmten Tonhöhe (Frequenz) gerade noch wahrnehmen. In der HNO-Praxis werden dazu in einer schallisolierten Kabine reine Töne von etwa 125 bis 8000 Hz über kalibrierte Kopfhörer dargeboten; der Pegel wird schrittweise verändert (klassisch „10 dB leiser, 5 dB lauter"), bis die Schwelle feststeht. Das Ergebnis ist das Audiogramm in dB HL, wobei 0 dB HL der normalen Hörschwelle entspricht.
Unser Test bildet diese aufsteigende Schwellenbestimmung nach: Der Ton beginnt unhörbar leise und wird gleichmäßig lauter; Sie klicken, sobald Sie ihn wahrnehmen. Das wiederholen wir über mehrere Frequenzen je Ohr und bilden den Median, um Ausreißer auszugleichen.
So erkennen Sie, in welchen Frequenzbereichen Ihre Empfindlichkeit nachlässt – typischerweise zuerst in den hohen Tönen. Da Browser und Kopfhörer nicht geeicht sind, erhalten Sie einen relativen Wert dieser Sitzung, keinen klinischen dB-HL-Wert.
Methodik: manuelle Reintonaudiometrie mit aufsteigender Schwellenbestimmung, hier als kontrollierte Pegelrampe (5 dB/s) mit Wiederholungen und Medianbildung. Gemessen über 6 Frequenzen je Ohr.
Dieser Test ist ein Digits-in-Noise-Test (auch Zifferntriplett-Test). Sie hören drei gesprochene Zahlen vor einem gleichmäßigen Rauschen und geben sie ein. Gemessen wird der Signal-Rausch-Abstand (SNR), bei dem Sie noch rund die Hälfte der Ziffern richtig verstehen – die sogenannte Sprachverständnisschwelle (SRT), angegeben in dB SNR.
Das Verfahren ist adaptiv: Antworten Sie richtig, wird das Rauschen lauter (schwerer); antworten Sie falsch, wird es leiser. Dadurch pendelt sich der Test schnell auf Ihre persönliche Schwelle ein. Weil Zahlen sprach- und bildungsunabhängig sind, ist der Test robust, gut wiederholbar und für den Selbsttest geeignet; er korreliert in Studien gut mit klinischen Sprachtests und wird u. a. von der WHO in ihrer App „hearWHO" eingesetzt.
Wichtig: Der Test misst überschwellig (deutlich über der Hörschwelle) und funktioniert daher auch bei bestehender Hörminderung; eine absolute Kalibrierung ist nicht nötig, weil nur das Verhältnis von Sprache zu Lärm zählt. „Sprache im Lärm nicht mehr zu verstehen" ist die häufigste Alltagsklage bei beginnendem Hörverlust – deshalb ist dieser Test besonders aussagekräftig.
Methodik: Digits-in-Noise nach dem Vorbild von WHO hearWHO. Adaptives 1-auf/1-ab-Verfahren. Misst überschwellig und damit auch bei Hörminderung; eine absolute Kalibrierung ist nicht erforderlich.
Hier geht es um die Mithörschwelle (Maskierungsschwelle): den Pegel, bei dem ein Ton aus einem Störgeräusch gerade heraushörbar wird. Der Maskierungseffekt beschreibt, dass ein Geräusch benachbarte Frequenzen verdeckt – das Gehör nimmt sie dann gar nicht oder nur abgeschwächt wahr. Bei einer Hörminderung muss der Ton stärker angehoben werden als bei Normalhörenden, um ihn im Rauschen zu entdecken.
In unserem Test läuft ein konstantes Rauschen, während ein Ton langsam lauter wird. Sie klicken, sobald Sie den Ton aus dem Rauschen heraushören; das messen wir über mehrere Frequenzen. Je weiter der Ton über das Rauschen angehoben werden muss, desto schwerer fällt das Heraushören.
Damit wird – anders als beim ruhigen Reinton in Test 1 – das Hören in einer komplexen, lauten Umgebung abgebildet. Auch hier sind die Werte relativ und dienen der Orientierung.
Methodik: Maskierungsschwelle (Masked Threshold) nach dem Vorbild von Mimi. Gemessen wird der Tonpegel relativ zum Störgeräusch über 4 Frequenzen. Bildet das Hören in komplexer Umgebung ab.
Dieser Test orientiert sich an der klinischen Sprachaudiometrie. Im deutschsprachigen Raum ist dafür der Freiburger Sprachtest der Standard: Dort werden mehrsilbige Zahlwörter und einsilbige Wörter über Kopfhörer angeboten, die der Patient nachspricht; gemessen wird die Verständlichkeit in Prozent bei verschiedenen Lautstärken. Einsilber sind besonders schwer, weil jeder einzelne Laut verstanden werden muss, um das Wort korrekt zu wiederholen.
In unserem Test werden Wörter bei absteigendem Pegel abgespielt; Sie tippen ein, was Sie verstanden haben. Daraus ermitteln wir den leisesten noch verstandenen Pegel – Ihre Sprach-Erkennungsschwelle (relativ).
Sprachverstehen ist die alltagsrelevanteste Hörleistung: Es zeigt, wie gut Sie Wörter tatsächlich erkennen, nicht nur, ob Sie Töne hören.
Methodik: Sprach-Erkennungsschwelle nach dem Vorbild von Amplifon. Wörter werden bei absteigendem Pegel angeboten; ausgewertet wird der leiseste noch verstandene Pegel.
Der Fragebogen orientiert sich am HHIE-S (Hearing Handicap Inventory for the Elderly – Screening), einem international validierten Selbsteinschätzungs-Instrument mit zehn Fragen zu den emotionalen und sozialen Auswirkungen einer Hörminderung. Sein Summenwert reicht von 0 (keine Beeinträchtigung) bis 40 (starke Beeinträchtigung) – je höher, desto größer die empfundene Einschränkung.
Unsere Fragen betreffen typische Alltagssituationen – Gespräche im Restaurant, die Fernseher-Lautstärke, Telefonieren, das Verstehen höherer Stimmen oder Gespräche in größeren Runden. Die Antworten (Nein / Manchmal / Ja) werden gewichtet und zu einem Punktwert verrechnet. Ein Ton oder Kopfhörer ist dafür nicht nötig.
Der Fragebogen erfasst die subjektive Wahrnehmung – wie stark Sie sich im Alltag eingeschränkt fühlen. Das ergänzt die Hörmessungen, denn gemessenes Hören und empfundene Beeinträchtigung weichen mitunter voneinander ab.
Alle fünf Verfahren bilden anerkannte audiologische Methoden nach: die Reintonaudiometrie zur Schwellen- und Audiogrammbestimmung, die Sprachaudiometrie (z. B. den Freiburger Sprachtest), den Sprache-im-Störgeräusch-Test (Digits-in-Noise, von der WHO eingesetzt und in Studien mit hoher Sensitivität und Spezifität belegt), die Mithörschwelle bzw. Maskierung sowie standardisierte, validierte Hör-Fragebögen wie den HHIE-S.
Für den Browser sind diese Verfahren als Screening adaptiert: Statt der klinischen Auf-/Ab-Treppe nutzen wir kontrollierte Pegelrampen und adaptive Verfahren und bilden den Median über Wiederholungen, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Screening und Diagnose: Die Methodik ist wissenschaftlich fundiert, die Durchführung im Browser ist jedoch nicht kalibriert. Die Ergebnisse sind daher eine fundierte Orientierung, kein medizinischer Befund.
Ein Browser darf aus Sicherheits- und Datenschutzgründen die Systemlautstärke Ihres Geräts und die Empfindlichkeit Ihres Kopfhörers weder auslesen noch verändern – beides liegt außerhalb dessen, was JavaScript erreichen darf.
Der Schalldruck, der tatsächlich an Ihrem Ohr ankommt, entsteht aber erst aus dem Zusammenspiel mehrerer Glieder: digitaler Pegel der Datei × Systemlautstärke × Verstärker × Kopfhörer-Empfindlichkeit × Abstand und Sitz. Mehrere dieser Faktoren sind unbekannt und ungeeicht – derselbe digitale Pegel kann an zwei Geräten leicht 20 bis 30 dB Unterschied am Ohr bedeuten.
Im klinischen Kontext wird genau deshalb mit kalibrierten Audiometern, geeichten Kopfhörern und einer schallarmen Kabine gemessen – nur so entsteht ein echter dB-HL-Wert. Online fehlt all das. Selbst spezialisierte Apps (z. B. Mimi oder SHOEBOX) erreichen nur Näherungswerte, indem sie auf bekannte Kopfhörer-Modelle kalibrieren. Ohne diese Eichung sind ausschließlich relative Werte möglich – gut, um Ihr Hören über die Zeit zu vergleichen, aber nicht als absoluter Messwert.
Nein. Der Online-Hörtest ist ein Screening zur Orientierung und ersetzt keine fachliche Untersuchung. Nur beim Hörakustiker oder HNO-Arzt wird mit kalibrierter Technik objektiv gemessen, die Ursache abgeklärt (zum Beispiel Ohrenschmalz, ein Mittelohr- oder ein Innenohrproblem) und – falls nötig – eine Versorgung samt Beratung eingeleitet.
Lassen Sie Ihr Gehör fachlich prüfen, wenn der Test auffällig ist – und im Zweifel auch bei unauffälligem Ergebnis, etwa wenn Sie im Alltag Schwierigkeiten bemerken.
Hören verändert sich meist langsam und unbemerkt – gerade deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle hilfreich. Wir empfehlen eine jährliche Wiederholung; bei Beschwerden, nach starker Lärmbelastung oder ab höherem Lebensalter gerne auch häufiger.
Wenn Sie ein Konto anlegen, werden Ihre Ergebnisse gespeichert, und Sie können Jahr für Jahr vergleichen, ob sich etwas verändert hat. Auf Wunsch erinnern wir Sie per E-Mail, sobald der nächste Test ansteht.
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