Alles Wissenswerte über Hörgeräte im Überblick

Hörgeräte Preise – Wie viel kostet ein gutes Hörgerät?

Auf dem deutschen Markt werden knapp 2.000 verschiedene Hörgeräte-Modelle angeboten. Die Preise der Hörhilfen sind dabei höchst unterschiedlich. Im Schnitt kann man sagen, dass sich die meisten Modelle im Bereich zwischen 500 und 2.500 Euro bewegen (pro Ohr). Es gibt luxuriöse Modelle, die noch darüber hinausgehen, es gibt allerdings auch Kassengeräte, die vollständig von den Krankenkassen bezahlt werden.

Der Kauf eines Hörgeräts kann leicht mehrere tausend Euro kosten. Der Großteil der knapp 2.000 in Deutschland erhältlichen Hörgeräte kostet zwischen 500 und 2.500 Euro. Besonders gut ausgestattete Modelle können jedoch deutlich teurer sein, und mehrere tausend Euro pro Ohr kosten. Akustiker sind allerdings andererseits verpflichtet, technisch aktuelle Hörgeräte anzubieten, die vollständig von den Krankenkassen bezahlt werden.

Was kostet ein Hörgerät?

Eine pauschale und gleichzeitig genaue Antwort auf die Frage „wie hoch sind die Hörgeräte Preise?“ gibt es nicht. Der Markt ist hierfür zu groß und unübersichtlich. Die angebotenen Modelle unterscheiden sich hinsichtlich der eingesetzten Technik, ihrer Ausstattung und dadurch auch beim Preis deutlich. Als grober Maßstab kann angegeben werden, dass die absolute Mehrheit der angebotenen Hörhilfen zwischen 500 und 2.500 Euro kostet. Die Preise von Hörhilfen beziehen sich dabei immer auf ein einzelnes Gerät, also auch auf ein Ohr.

Hörgeräte Preise

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Häufig werden allerdings zwei Hörhilfen benötigt. In einem solchen Fall wird auf das zweite Hörgerät üblicherweise ein Abschlag von 20 Prozent gewährt. Die Gesamtkosten für zwei Hörhilfen bewegen sich also im Bereich von 800 bis 4.000 Euro. Viele Akustiker bieten wegen der hohen Preise Ratenfinanzierungen an. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass es zuzahlungsfreie Hörgeräte gibt. In einem solchen Fall werden alle Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Was und wann zahlt die Krankenkasse?

Im Jahr 2005 wurden bundeseinheitliche Festbeträge eingeführt, die die Leistungen der Krankenkassen beim Kauf eines Hörgeräts festlegen. Die Krankenkassen zahlen demnach einheitlich 784,94 Euro pro Hörgerät. Beim zweiten Hörgerät wird ein Abschlag von rund 80 Prozent in Abzug gebracht, so dass die Krankenkassen insgesamt 924,94 Euro zahlen. Das Hörgerät muss zuvor von einem HNO-Facharzt verordnet werden. Ob ein Hörgerät verordnet werden kann, ist streng reguliert.

So muss der Hörverlust mindestens 30 Dezibel auf dem besser hörenden Ohr betragen. Betrachtet wird hierbei der Bereich der Hauptsprachfrequenzen zwischen 500 und 3 000 Hertz. Bei einseitiger Schwerhörigkeit muss der Hörverlust mindestens 30 Dezibel bei zwei Frequenzen des Hauptsprachbereichs oder bei 2 Kilohertz betragen. Zusätzlich muss die Verstehensquote im Sprachhörtest bei weniger als 80 Prozent liegen.

Kassengerät oder Zuzahlung?

Akustiker sind verpflichtet eine gewisse Anzahl zuzahlungsfreier Hörhilfen anzubieten. Die angebotenen Hörgeräte sollen dabei dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. In der Praxis bieten viele Akustiker in erster Linie Hörhilfen an, deren Preise deutlich über denen von Kassengeräten liegen. Entscheidet man sich für ein solches Modell, so muss man den Betrag, der über 784,94 Euro bei einem bzw. 924,94 Euro bei zwei Hörgeräten hinausgeht, aus eigener Tasche bezahlen. Entscheidet man sich also für ein hochpreisiges Modell, so kann die Zuzahlung schnell über 3.000 Euro liegen. Ob ein Kassengerät ausreichend ist, hängt von der individuellen Hörschwäche und auch von den persönlichen Anforderungen ab. Interessenten sollten sich beraten lassen und im Anschluss unterschiedliche Hörgeräte aus verschiedenen Preisklassen testen.

Was ist, wenn das Kassengerät den Bedarf nicht deckt?

Einfache Kassengeräte sind für an Taubheit grenzend Schwerhörige und Schwerhörige, die beispielsweise durch ihren Beruf besondere Anforderungen an das Hörgerät haben, meist nicht ausreichend. Die eigenanteilsfreie Versorgung ist dem Gesetz nach eine Sachleistung der Krankenkassen und kein Zuschuss. Hieraus folgt, dass Krankenkassen auch teurere Hörhilfen übernehmen können, auch wenn die Preise der Hörhilfen die Festbeträge übersteigen. Dies hat auch das Bundessozialgericht bereits bestätigt.

Demnach müssen Krankenkassen die Kosten eines Hörgeräts in vollem Umfang übernehmen, sofern die zum Festbetrag erhältlichen Hörgeräte nicht ausreichen, um für den erforderlichen Behinderungsausgleich zu sorgen. Gegen einen anders lautenden Bescheid sollte man Widerspruch einlegen und sich zudem entsprechend beraten lassen. Grundsätzlich können Zuschüsse jedoch auch von anderen Rehabilitationsträgern geleistet werden. Wichtig: Die entsprechenden Anträge müssen vor dem Kauf des Hörgeräts gestellt werden.

Änderung im Jahr 2012 für an Taubheit grenzend Schwerhörige

Die Leistungen der Krankenkasse müssen ausreichen, um für den erforderlichen Behinderungsausgleich zu sorgen. Bei an Taubheit grenzend Schwerhörigen ist dies derzeit kaum möglich. Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben daher entschieden, dass für an Taubheit grenzend Schwerhörige ein gesonderter Festbetrag eingerichtet wird. Dieser erhöhte Festbetrag gilt ab dem 01.03.2012. Er beträgt inklusive Mehrwertsteuer gut 840 Euro und ist damit in etwa doppelt so hoch wie der aktuelle Festbetrag für mittel- und hochgradig schwerhörige Patienten (der ohne Anpassungen erhalten bleibt).

Welche Leistungen sind in den Hörgeräte Preisen inbegriffen?

Die Leistung des Akustikers beschränkt sich nicht auf die Auswahl und den Verkauf des Hörgeräts. Er ist auch für die korrekte Einstellung und alle anfallenden Anpassungen verantwortlich. Die hierfür anfallenden Kosten sind in den Hörgeräte Preisen inbegriffen, müssen also nicht separat bezahlt bzw. abgerechnet werden. Die Krankenkassen haben für diese Arbeiten einen Satz von 7 Stunden und 41 Minuten angesetzt. Preisunterschiede bei gleichen Hörgeräte-Modellen lassen sich daher auch so erklären, dass Akustiker den anfallenden Service-Aufwand unterschiedlich einschätzen.

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4 Kommentare
  1. margarete schrieb
    am 1 August 2013 um 10:49

    zur zeit probiere ich hörgeräte aus, mit denen fernsehen nicht möglich ist; die geräte sind laut genug, aber die stimmen hören sich an wie krächzende raben und sind nicht zu verstehen und unangenehm.
    welches gerät ist für meine ohren geeignet? bisher habe ich ein im -ohrgerät getragen, ist aber defekt und nicht mehr zu reparieren.

  2. Dr. Meißner schrieb
    am 6 Oktober 2013 um 14:42

    Mir ist ein Hörgerät verordnet worden. Ab November 2013 soll meines Wissens die Zuzahlung der Kassen erhöht worden sein. Trifft das auch für die KKH zu?

    Mit freundlichen Grüßen M. Meißner

  3. Ralf schrieb
    am 24 Dezember 2013 um 15:05

    Woher erfahre ich, wieviel Grad Schwerhörigkeit vorliegt? Der HNO meines Vaters gab hierzu keine Auskunft und verwies auf den Akustiker der entsprechende Tests macht. Der Akustiker gibt aber auch nicht die Werte heraus, so dass ich feststellen kann, ob mein Vater hochgradig schwerhörig ist. Klar – man will ja auch die teureren Geräte verkaufen und verlangt jetzt auch noch eine Verzichtserklärung für die Null-Tarifgeräte.
    Was kann ich tun, um meinem Vater (77) zu helfen. Er hatte verschiedene Null-Tarif-Geräte probiert und im Ergebnis kaum besser gehört, als ohne Hörgerät. Erst mit einem Gerät für (pro Stck.) 1600,- € war eine Besserung des Hörens zu bemerken.

  4. Reschke schrieb
    am 16 März 2014 um 17:59

    Hallo,

    eine Frage zum Hörgerät Phonak Naida Q90 RIC:
    Ich finde es bei mehreren Anbietern als Naida Q90 – 312, also mit 312er Batterie. In der Phonak-Beschreibung aber nur mit 313er Batterie. Was ist richtig? Gibt es da zwei unterschiedliche Bauformen für 312er oder 313er Batterie?

    Besten Dank und mit freundlichen Grüßen
    Dietrich Reschke

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